Rajin X
15.02.2003, 16:35
Filmkritik: Fear And Loathing In Las Vegas
(geringe Spoiler)
2 Beutel Gras, 75 Kügelchen Meskalin, 5 Löschblattbögen extrastarkes Acid, Salzstreuer halb voll mit Kokain, und ´n ganzes Spektrum vielfarbiger Uppers, Downers, Heuler, Lacher. ´n Liter Tequilla, ´ne Flasche Rum, ´ne Kiste Bier, ´n halben Liter Äther und zwei Dutzend Poppers.
Das ist die Verpflegung von Raoul Duke (Johnny Depp) und seinem Anwalt Dr.Gonzo (Benicio Del Toro) auf ihrem Trip nach Las Vegas - Trip mit doppelter Deutung. Der Journalist Raoul Duke soll in Las Vegas über ein Wüstenrennen berichten, doch eigentlich reisen die beiden Protagonisten nach Vegas, um den ultimativen Trip zu erleben. Viel will und kann ich über den Inhalt nicht sagen.
Terry Gilliam (Monty Phyton, 12 Monkeys) verfilmt mit Fear And Loathing In Las Vegas das gleichnamige Buch von Hunter S. Thompson, welches größtenteils autobiographisch ist. Gilliams Stil ist wie von einem Ex-MontyPhyton auch nicht anders zu erwarten irritierend, skurril, mit bunten Farben und extravaganten Kameraeinstellungen. Erzählt wird die Geschichte eines Mannes, der von der Drogenwelle in den 60er Jahren erfasst und überrollt wurde. Nun, in den 70ern, scheint es, als wolle er immer noch in den 60ern leben und kann sich so nicht an die neue Zeit anpassen.
Johnny Depp (Dead Man, Sleepy Hollow, Chocolat) gibt eine meisterhafte Leistung. Die Rolle kommt ihm, der ja so gut wie ausschließlich seltsame Charaktere spielt, natürlich entgegen, aber die Darstellung des konfusen Autoren in seinem Drogenwahn ist extrem unterhaltend.
Eine noch bessere Vorstellung liefert Benicio Del Toro (Die Üblichen Verdächtigen, Snatch, Traffic). Als bierbäuchiger, fettiger Schein-Samoaner Dr. Gonzo liefert Del Toro mal wieder eine Erst-Liga-Leistung ab und fesselt mit seinem einerseits amüsanten und andererseits tiefgehenden Spiel.
Der Rest der Darstellerriege bildet ein mehr als unterstützendes Beiwerk. Schauspieler wie Cameron Diaz (Verrückt Nach Marry), Ellen Barkin (This Boy`s Life), Michael Jeter (The Green Mile) oder Christina Ricci (Sleepy Hollow) verleihen dem Film mit ihren Kurzauftritten einen besonderen Touch.
Der Film liefert Einblicke in die Drogenkultur der USA in den 60er Jahren, ihre fatalen Folgen sowie die dunklen Tiefen, die hinter dem All-American lauern. Doch viel mehr ist der Film eine Komödie. Er ist äußerst lustig und unterhaltend. Der Film bzw. die Idee dahinter verlangen nach keinem aufgereiften Plot, doch kann es viele Zuschauer stören, dass kein roter Faden in der Handlung festzustellen ist. Generell empfehle ich, den Film ein zweites Mal zu sehen, um nicht nur die belustigenden, sondern auch die satirischen, sozialkritischen Elemente zu entdecken.
9/10
© El Maxinho
(geringe Spoiler)
2 Beutel Gras, 75 Kügelchen Meskalin, 5 Löschblattbögen extrastarkes Acid, Salzstreuer halb voll mit Kokain, und ´n ganzes Spektrum vielfarbiger Uppers, Downers, Heuler, Lacher. ´n Liter Tequilla, ´ne Flasche Rum, ´ne Kiste Bier, ´n halben Liter Äther und zwei Dutzend Poppers.
Das ist die Verpflegung von Raoul Duke (Johnny Depp) und seinem Anwalt Dr.Gonzo (Benicio Del Toro) auf ihrem Trip nach Las Vegas - Trip mit doppelter Deutung. Der Journalist Raoul Duke soll in Las Vegas über ein Wüstenrennen berichten, doch eigentlich reisen die beiden Protagonisten nach Vegas, um den ultimativen Trip zu erleben. Viel will und kann ich über den Inhalt nicht sagen.
Terry Gilliam (Monty Phyton, 12 Monkeys) verfilmt mit Fear And Loathing In Las Vegas das gleichnamige Buch von Hunter S. Thompson, welches größtenteils autobiographisch ist. Gilliams Stil ist wie von einem Ex-MontyPhyton auch nicht anders zu erwarten irritierend, skurril, mit bunten Farben und extravaganten Kameraeinstellungen. Erzählt wird die Geschichte eines Mannes, der von der Drogenwelle in den 60er Jahren erfasst und überrollt wurde. Nun, in den 70ern, scheint es, als wolle er immer noch in den 60ern leben und kann sich so nicht an die neue Zeit anpassen.
Johnny Depp (Dead Man, Sleepy Hollow, Chocolat) gibt eine meisterhafte Leistung. Die Rolle kommt ihm, der ja so gut wie ausschließlich seltsame Charaktere spielt, natürlich entgegen, aber die Darstellung des konfusen Autoren in seinem Drogenwahn ist extrem unterhaltend.
Eine noch bessere Vorstellung liefert Benicio Del Toro (Die Üblichen Verdächtigen, Snatch, Traffic). Als bierbäuchiger, fettiger Schein-Samoaner Dr. Gonzo liefert Del Toro mal wieder eine Erst-Liga-Leistung ab und fesselt mit seinem einerseits amüsanten und andererseits tiefgehenden Spiel.
Der Rest der Darstellerriege bildet ein mehr als unterstützendes Beiwerk. Schauspieler wie Cameron Diaz (Verrückt Nach Marry), Ellen Barkin (This Boy`s Life), Michael Jeter (The Green Mile) oder Christina Ricci (Sleepy Hollow) verleihen dem Film mit ihren Kurzauftritten einen besonderen Touch.
Der Film liefert Einblicke in die Drogenkultur der USA in den 60er Jahren, ihre fatalen Folgen sowie die dunklen Tiefen, die hinter dem All-American lauern. Doch viel mehr ist der Film eine Komödie. Er ist äußerst lustig und unterhaltend. Der Film bzw. die Idee dahinter verlangen nach keinem aufgereiften Plot, doch kann es viele Zuschauer stören, dass kein roter Faden in der Handlung festzustellen ist. Generell empfehle ich, den Film ein zweites Mal zu sehen, um nicht nur die belustigenden, sondern auch die satirischen, sozialkritischen Elemente zu entdecken.
9/10
© El Maxinho