.ashitaka
06.04.2005, 23:50
Ich hab mal 'ne Review verfasst. Wenn's jemand gesehen hat, kann er ja was dazu beitragen.
The Ring 2
Applaus für Regisseur Hideo Nakata! Der japanische The Ring-Erfinder himself hat es wirklich geschafft, Ein-Einhalb Stunden Film totzuschlagen, ohne auch nur den Ansatz einer "Story" zu erzählen.
Okay, ich kenne die Werbekampagne von The Ring 2. Ich kenne die zahlreichen The Ring-Competitions des internationalen Musikfernsehns, ich kenne die hübsch animierten Flashwerbungen im Internet, ich kenne die kurzen TV-Spots, die allesamt mit scharf geschnittenen, düsteren Cutscenes überzeugen können, und ja, ich kenne sogar die Plakate, und die sehen richtig heiß aus. Also, was sollte mich daran hindern, mir die Fortsetzung des 2002'er Kinohits The Ring anzuschauen? Auch wenn ich den ersten Teil für unspektakulär halte und die japanischen Originale noch nie gesehen habe (ja, schlagt mich!) nutze ich also die Gelegenheit und gehe mit meiner Freundin ins Kino, ist ja Pärchentag und so, da kommt man günstig weg bei!
Schon die ersten fünf Minuten bereiten mir verwirrtes Kopfschütteln. Da es sich aber um zwei Teenager, einen Fernseher und ein Videotape dreht, dürfte ich wohl im richtigen Film sitzen. Seltsam. Das, was mir da gerade geboten wird, erinnert stark an Teenie-Horror-Fortsetzungen a la Scream 3 oder Ich weiß was du Thanksgiving 1983 im Vorhof von Tante Christels Villa getan hast. Zwanzig Minuten später stelle ich enttäuscht fest, das IST eine kommerziell orientierte Teenie-Horror-Fortsetzung. Dennoch setzt The Ring 2 noch einen drauf. Während Wes Craven's Scream-Streifen immerhin sowas wie eine Storyline, ein Plot, aufweisen können, schleppt uns Nakata von einer standartisierten Szene in die nächste. Momentan kann ich nicht mal den Inhalt des Films wiedergeben, ich würde zusammenhangsloses Gebrabbel von ertränkten Babys, bewegten Polaroids und schlecht animierten Hirschen reden. Ja, Hirsche. Ungefähr zwanzig Stück... und sie zerstören Autos. Das darf man dann als tiefsinniges Symbol bezeichnen, denk ich. Der völlig überzogene Einsatz von Symbolik ist hier leider längst kein Stilmittel mehr, eher Mittel zum Zweck. Das Grundkonzept besteht also darin, den Zuschauer mit zig Bildern zu bombardieren, die irgendwo irgendwie eine Bedeutung haben können. Wenn da keine Bedeutung ist, wird eben eine drumrumgesponnen. Story ist nicht, sorry.
Für's Auge gibt's das ein oder andere Schmankerl, das beflutete Badezimmer z.B. sieht richtig gut aus, und die Dame aus dem Brunnen macht auch eine gute Figur. Womit sie übrigens den einzigen halbwegs interessanten Charakter in diesem Meisterwerk des Horrorfilms darstellen dürfte. Naomi Watts ist an für sich eine meiner Sympathiträgerinnen, die Dialoge hier sind allerdings so schwach, da kann jeder sonst so gute Schauspieler nichts mehr rausholen. Ähnlich flach und noch viel peinlicher fällt dann auch das Rollenbild des Psychokiddies Aiden ab, dem man seine Figur einfach mal nicht abkaufen kann.
Alles in Allem ein großer Haufen belangloser Scheiße. Da rutschen mir im Kino schon mal dämliche Witze über Inkontinenz raus, und sogar meine Frau Freundin (die bei Weitem nicht so hohe Ansprüche an einen Film stellt wie meine Wenigkeit ;] ) muss hin und wieder grinsen. Verständlich, wenn Mutter und Sohn im schrecklichem Bühnenbild nebeneinander sitzen, und vertieft auf ihre Butterbrote schielen. Diese Szene sollte man übrigens irgendwie aufheben und archivieren, die wird in die Geschichte eingehen!
Also, großen Bogen um The Ring 2 gehen. Wenn dir Teil Eins gefallen hat, enttäuscht dich das Sequel, und wenn du Teil Eins schon schlecht fandest, dann wird dir Teil Zwei zeigen, dass es noch 'ne ganze Ecke schlimmer geht. Hui ui ui, ganz großer Mist!
.ashitaka
The Ring 2
Applaus für Regisseur Hideo Nakata! Der japanische The Ring-Erfinder himself hat es wirklich geschafft, Ein-Einhalb Stunden Film totzuschlagen, ohne auch nur den Ansatz einer "Story" zu erzählen.
Okay, ich kenne die Werbekampagne von The Ring 2. Ich kenne die zahlreichen The Ring-Competitions des internationalen Musikfernsehns, ich kenne die hübsch animierten Flashwerbungen im Internet, ich kenne die kurzen TV-Spots, die allesamt mit scharf geschnittenen, düsteren Cutscenes überzeugen können, und ja, ich kenne sogar die Plakate, und die sehen richtig heiß aus. Also, was sollte mich daran hindern, mir die Fortsetzung des 2002'er Kinohits The Ring anzuschauen? Auch wenn ich den ersten Teil für unspektakulär halte und die japanischen Originale noch nie gesehen habe (ja, schlagt mich!) nutze ich also die Gelegenheit und gehe mit meiner Freundin ins Kino, ist ja Pärchentag und so, da kommt man günstig weg bei!
Schon die ersten fünf Minuten bereiten mir verwirrtes Kopfschütteln. Da es sich aber um zwei Teenager, einen Fernseher und ein Videotape dreht, dürfte ich wohl im richtigen Film sitzen. Seltsam. Das, was mir da gerade geboten wird, erinnert stark an Teenie-Horror-Fortsetzungen a la Scream 3 oder Ich weiß was du Thanksgiving 1983 im Vorhof von Tante Christels Villa getan hast. Zwanzig Minuten später stelle ich enttäuscht fest, das IST eine kommerziell orientierte Teenie-Horror-Fortsetzung. Dennoch setzt The Ring 2 noch einen drauf. Während Wes Craven's Scream-Streifen immerhin sowas wie eine Storyline, ein Plot, aufweisen können, schleppt uns Nakata von einer standartisierten Szene in die nächste. Momentan kann ich nicht mal den Inhalt des Films wiedergeben, ich würde zusammenhangsloses Gebrabbel von ertränkten Babys, bewegten Polaroids und schlecht animierten Hirschen reden. Ja, Hirsche. Ungefähr zwanzig Stück... und sie zerstören Autos. Das darf man dann als tiefsinniges Symbol bezeichnen, denk ich. Der völlig überzogene Einsatz von Symbolik ist hier leider längst kein Stilmittel mehr, eher Mittel zum Zweck. Das Grundkonzept besteht also darin, den Zuschauer mit zig Bildern zu bombardieren, die irgendwo irgendwie eine Bedeutung haben können. Wenn da keine Bedeutung ist, wird eben eine drumrumgesponnen. Story ist nicht, sorry.
Für's Auge gibt's das ein oder andere Schmankerl, das beflutete Badezimmer z.B. sieht richtig gut aus, und die Dame aus dem Brunnen macht auch eine gute Figur. Womit sie übrigens den einzigen halbwegs interessanten Charakter in diesem Meisterwerk des Horrorfilms darstellen dürfte. Naomi Watts ist an für sich eine meiner Sympathiträgerinnen, die Dialoge hier sind allerdings so schwach, da kann jeder sonst so gute Schauspieler nichts mehr rausholen. Ähnlich flach und noch viel peinlicher fällt dann auch das Rollenbild des Psychokiddies Aiden ab, dem man seine Figur einfach mal nicht abkaufen kann.
Alles in Allem ein großer Haufen belangloser Scheiße. Da rutschen mir im Kino schon mal dämliche Witze über Inkontinenz raus, und sogar meine Frau Freundin (die bei Weitem nicht so hohe Ansprüche an einen Film stellt wie meine Wenigkeit ;] ) muss hin und wieder grinsen. Verständlich, wenn Mutter und Sohn im schrecklichem Bühnenbild nebeneinander sitzen, und vertieft auf ihre Butterbrote schielen. Diese Szene sollte man übrigens irgendwie aufheben und archivieren, die wird in die Geschichte eingehen!
Also, großen Bogen um The Ring 2 gehen. Wenn dir Teil Eins gefallen hat, enttäuscht dich das Sequel, und wenn du Teil Eins schon schlecht fandest, dann wird dir Teil Zwei zeigen, dass es noch 'ne ganze Ecke schlimmer geht. Hui ui ui, ganz großer Mist!
.ashitaka