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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wie ein schwarzes Elend


Da Krunt
14.04.2005, 15:46
Als ich heute nach der Schule heimfuhr habe ich etwas gesehen. Es war ein vergleichsweise schon warmer Tag und ein paar kleine Kinder spielten auf dem Spielplatz. Eigentlich nichts außergewöhnliches. Aber neben ihnen saß ihre Mutter, vermute ich einmal zumindest. Komplett in schwarz gehüllt, wirklich das einzige was man von Haut oder vom Körper sah war ein schmaler Spalt auf Augenhöhe. Ich glaube einige werden es sich jetzt schon gedacht haben, worauf es hinausläuft. Der thread ist ähnlich wie Sarazene's thread dem multikulturellen Deutschland gewidmet.

Aber genug dem Vorwort, kommen wir zum knackenden Punkt. Ich habe mal gehört dass diese frauen das machen müssen, weil es in ihrer Kultur so üblich ist. Soweit so gut. Aber ich habe auch eine andere Version gehört. Und zwar zwingen ihre Männer sie dazu, aus Angst ein andere könne an ihren frauen gefallen finden. Einigermaßen logisch, dass es dann meist nicht freiwillig ist.

Aber ist das in Ordnung? Sollte man wirklich soweit gehen? Kann man dann noch von Liebe sprechen, wenn man den Ehepartner so dermaßen einschränkt?

Vor kurzem kam auch ein Bericht im Fernsehen, über türkische Mädchen/Frauen und wie diese vermählt werden. Es ist ja nun denke ich weitgehend bekannt dass diese NICHT die freie Wahl haben, sondern die Eltern sie mit dem mehr oder weniger 'meistbietendem' zusammenschrauben. Hierbei geht es um die Familienehre. In der Reportage haben die Frauen aber nicht nach ihrer Familie gehandelt und zB deutsche geliebt und auch geheiratet. Nun geht die Familie so weit, dass sie die Frauen töten. In den Fälen in dem Bericht hat die Familie versucht, sie in den Selbstmord zu treiben. Und dass das auch bei vielen passiert, aber es nur niemand erfährt, bzw. es nicht an die große Glocke gehängt wird.

Ist es unmenschlich diese Frauen erstens nicht nach ihrem Willen handeln zu lassen und zweitens schon quasi MIT ihnen zu handeln?

Natürlich kann man nicht sagen, dass diese Familien ihren Glauben und Traditionen aufgeben sollen, nur weil man selbst denkt, diese seien schlecht. Nur inwiefern sollten diese sich den hier üblichen Bräuchen/Verhaltensweise etc. anpassen? Sollte man klare Grenzen setzen? Bestes Beispiel hierfür ja die Debatte um die Kopftücher, ob denn Lehrerinnen Kopftücher tragen dürften. Mittlerweile ist das denke ich schon wieder ziemlich verebbt.

Dann gibt es natürlich nochdas Problem mit der Ausländerfeindlichkeit, sprich dass Ausländer auch wenn sie mit gutem Willen kommen, abgelehnt werden. Was sollte man hier tun, wenn man von jemandem beleidigt werden sollte? Einfach einstecken und weitergehen? Oder kontern und als Rassist beleidigt werden? Manche, wich weiß nicht ob das viele sind, haben ja sowieso ein falsches Bild von Rassismus selbst. Ein Freund sagte vor einem Jahr zu mir:

'Wenn ein Deutscher einen Türken beleidigt, ist das Rassismus, wenn aber ein Türke einen Russen oder andersrum beleidigt, dann nicht.'

Ich stellte mir natürlich die Frage, ob dieses Bild denn allgemein verbreitet sei. Was habt ihr da gehört? Und was wären eure antworten auf die Fragen oben?

Sanguis
14.04.2005, 15:53
Dieses 'vermummen' hat etwas mit der islamistischen Kultur zu tun, nicht mit der muslimischen Religion..

Da Krunt
14.04.2005, 15:57
Naja, ist ja eigentlich auch völlig belanglos auf die Frage dahinter. natürlich der richtigkeit halber zu erwähnen, aber die Frage ist ja, ob diese Menschen sich anpassen sollten und wie weit.

Aki
14.04.2005, 16:01
Erst einmal möchte ein kleines Lob für diesen thread aussprechen, da er mir gut gefällt.

Aber ist das in Ordnung? Sollte man wirklich soweit gehen? Kann man dann noch von Liebe sprechen, wenn man den Ehepartner so dermaßen einschränkt?
Das liegt wohl am Glaube/an der Tradition, kA zumindest kommt es ziemlich oft vor, dass Männern ihren Frauen sagen, sie dürfen keine Haut zeigen.
Die Frauen machen dies sogar manchmal mit. Scheiden lassen dürfen sie sich nicht, weil sie damit gegen ihre Gebote oder sowas verstößen würden.
Es gibt relativ viele seulcher Familien bei uns. Ich z.B. hatte auch eine Freundin, dessen Eltern muslischmer Abstammung waren.
Sie wurde kurz nach ihrer Geburt einem anderen Mann versprochen, und muss diesen auch heiraten. Sie darf keinen Freund haben und schon gar keinen Christen oder sonst was. Haut darf auch sie kaum zeigen.

Dies sehe ich, in meinen Augen, als übertrieben an.
Ich mein, Gott(Allah, wie sie ihn nennen) hin oder her, aber meinen Mann würde ich mir schon gerne selbst aussuchen.
Kopftuch finde ich auch übertrieben. Dies soll kein Angriff sein, jedoch frage ich mich was man jemandem auf dem Kopf weggucken kann? Die Haare? Ob schwarz, braun, blond, ist doch sowas von egal. Da muss man sich nicht mit einem Kopftuch quläen, vor allem wenn man dazu gezwungen wird. Wenn man es freiwillig macht ist es eine andere Sache.

Ist es unmenschlich diese Frauen erstens nicht nach ihrem Willen handeln zu lassen und zweitens schon quasi MIT ihnen handeln?
Ich kenne die menschenrechte nicht in und auswendig und will deshalb keine falsche Auusage bezüglich dieser Frage machen. Allerdings ist es in meinen Augen unmenschlich.
Der Mensch kommt frei auf die Welt und wenn man diesen dann schon einer/einem anderen verspricht, dann wird einem ein großteil seiner Freiheit bereits genommen. Schade sowas. Ich hoffe das sich sowas noch ändert.

Sanguis
14.04.2005, 16:10
Aber genug dem Vorwort, kommen wir zum knackenden Punkt. Ich habe mal gehört dass diese frauen das machen müssen, weil es ihnen ihr Glaube vorschreibt. Soweit so gut. Aber ich habe auch eine andere Version gehört. Und zwar zwingen ihre Männer sie dazu, aus Angst ein andere könne an ihren frauen gefallen finden. Einigermaßen logisch, dass es dann meist nicht freiwillig ist.
Es ist ihre Kultur, welche es ihnen vorschreibt. Natürlich ist es für sie desöfteren wohl schwer so zu leben und ihr dasein zu verrichten, doch heutzutage tollerieren viele islamistischen Männer diese Tradition. Desweiteren ist es für die Frau machbar sich aus diesem Regime zu befreien, wenn sie es nicht mehr erträgt. Meine Mutter hat es damals auch geschafft, schwerlich und mit vielen riskiken, aber sie hat es. Natürlich ist es eine Zumutung bei diesen Temperaturen solch eine Kleidung vorzuschreiben, aber wir Deutschen können kaum etwas dagegen tun. Es können schlecht Gesetze dagegen erlassen werden..


Aber ist das in Ordnung? Sollte man wirklich soweit gehen? Kann man dann noch von Liebe sprechen, wenn man den Ehepartner so dermaßen einschränkt?
Ich finde es auch nicht in ordnung, insofern die Frau sich dagegen sträubt. Es kann Liebe sein, auch wenn es in den Beziehungen dort wirklich meist von den Eltern bestimmt wird. Aber auch hierzulande gibt es Frauen die dies freiwillig machen, auch nicht muslime/islamistische welche einen Islamisten geheiratet haben. Es ist die alte Tradition der Eifersucht, aber ohne Vertrauen ist eine wirkliche Ehe nicht mehr als Schein. Außerdem gibt es noch das schöne alte sprichwort: "Die Augen spiegeln die Schönheit des Menschen.". ;)

Ist es unmenschlich diese Frauen erstens nicht nach ihrem Willen handeln zu lassen und zweitens schon quasi MIT ihnen zu handeln?
Ich habe ja bekanntlich Verwante im Islam. Aber dass es so radikal zugeht wie "Menschenhandel" ist mir auch neu. Es gibt dieses alte 'Mitgift' prinzip, aber meist werden Ehen geschloßen aufgrund der befreundeten Familien und der Ehre. Das ist hier Sitte, dort rümpfen sie die nase über die Deutschen mit ihren Freiheiten. Jeder hat seine Kultur, dagegen können wir nichts tuen. Natürlich ist es hier in Deutschland etwas anderes, aber hier geht es ja auch nicht in solchen maßen so von statten.

Dann gibt es natürlich nochdas Problem mit der Ausländerfeindlichkeit, sprich dass Ausländer auch wenn sie mit gutem Willen kommen, abgelehnt werden. Was sollte man hier tun, wenn man von jemandem beleidigt werden sollte? Einfach einstecken und weitergehen? Oder kontern und als Rassist beleidigt werden? Manche, wich weiß nicht ob das viele sind, haben ja sowieso ein falsches Bild von Rassismus selbst. Ein Freund sagte vor einem Jahr zu mir:

'Wenn ein Deutscher einen Türken beleidigt, ist das Rassismus, wenn aber ein Türke einen Russen oder andersrum beleidigt, dann nicht.'
Zu der Frage "Ob einfach weitergehen und einstecken" gebe ich dir ein klares 'Ja'. Natürlich ist es falsch von den Deutschen, aber warum sollte man sich zu solchen Menschen bewegen und einen Streit provozieren? Natürlich tut es den Ausländern weh, aber man kann da rüber stehen. Wenn jeder Nicht Deutsche sofort einen Ausraster bei Rassismus bekommen würde, was meint ihr würde abgehen? Aber in Deutschland gibt es ja eh in gewisser weise die Rassengruppen. Bei uns hier In bonn z.B. gibt es den Stadtteil für die Türken/Araber/Iraner, einen für die Russen, für die Deutschen, etc. Klar ist das nicht in Ordnung oder gar offiziel, aber wiedermal kann man dagegen nichts tun. Es hat sich so eingebürgert und wird wohl auch so bleiben. Ich weiß nicht ob es in anderen Teilen von de anders ist als hier, wenn ja tut es mir leid und ich gebe meinen Irrtum zu. Ich spreche aus Erfahrung von diesem Ort hier.

Und die Ausländer die zu anderen sagen 'Scheiss Ausländer' sind einfach dumm, darüber brauch man gar nicht diskutieren.

Sanguis

WilderDudelSack
14.04.2005, 16:53
hmm.. das eine frau sich von sowas distanzieren kann, mag durchaus sein, wird aber eher im ausland und ned in den muslimischen ländern selber so sein. in den ländern selber wird es weitaus schwieriger. die meisten sind quasi gezwungen, ins ausland wie europa, USA etc zu gehen, um diesen weg zu gehen.

nunja, as said - es ist halt dieser kulturkreis. was ich mich eher frage, ob es ned irgendwann auch dort zu einem umschwung kommen wird in den kommenden generationen. wer sich mit sachen wie z.b. teheran bytes ( kannsch btw jedem empfehlen, der sich mit den themen befassen will.. is ne rubrik des spiegels, wo eine autorin ausm iran kolumnen schreibt ) befasst, sieht, das vor allem die junge generation nich mehr so recht in das korsett von vorschriften, traditionen usw. reinpassen will, aus eigenem interesse. auch im iran etwa gibt es nachts an weekends partys etc aber halt im untergrund. ich denke ned das diese starke glaubensbindung und die traditionen ewig halten.

europa war früher auch sehr sehr stark vom glauben ( der kath. kirche natürlich ) geprägt, aber dann gab es auch quasi im laufe der letzten jahrhunderte den umschwung, die kirche verlor an macht, an einfluss auf die leute.. so kann es auch dem islam eines tages ergehen.

ich persönlich habe eher mühe mit den traditionen anderer kulturkreise, welche primär vielmehr als eine form der folter ( ohne eine zuvor begangene straftat natürlich ) durchgehen als als tradition.. z.B. die beschneidung von kleinen afrikanischen mädchen ( ja, frauen kann man durchaus beschneiden, für die, die es ned wissen.. ^^ ). das ist in meinen augen folter und nix anderes. natürlich ist es tradition bei gewissen afrikanischen volksgruppen, aber wenn man sich das leid der mädchen bzw frauen ansieht, kann man sowas einfach ned befürworten.

die verschleierung der frau im islam hingegen hat ned solche starke konsequenzen in dem sinne. es gibt wesentlich barbarischere traditionen als eben jene..

was btw n anderes thema noch angeht wegen den religionen: es gab ja in frankreich wegen dem kopftuch islamischer frauen ein grosses gezettere, ob man das an schulen ( also als lehrerinnen ) erlauben solle oder ned. in meinen augen sollte sowas strikt getrennt werden - religionssymbole ham imo in einer schule nix verloren. auch christliche wie etwa ein kreuz bzw kruzifix, jüdische wie das käppchen ( glaub kippe genannt, bin mir aber ned sicher ) etc ned

sry wgn der offtopic abweichung.. denke aber es hat durchaus mit dem thema zu tun.

Toshiya
14.04.2005, 17:27
Ist es nicht auch denkbar, dass die Frau in schwarz gehüllt war, weil sie trauert?

Aki
14.04.2005, 18:09
Ist es nicht auch denkbar, dass die Frau in schwarz gehüllt war, weil sie trauert?
Könnte auch sein, behaute ich jetzt mal.
Gaara hat jedoch allgemein das Problem in der Kultur oder im Glauben angesprochen und seinen thread nicht nur wegen der Frau eröffnet. Außerdem denke ich das es ein sonderfall wäre. Und wer läuft schon mit nem Kopftuch etc. rum wenn er trauert?

Sanguis
14.04.2005, 18:27
In Trauer legt man sich keine Kluft an die 1:1 wie die islamistische Frauenverschleierung aussieht. Das wäre mir zumindest sehr neu.

Sanguis

Freya
14.04.2005, 19:38
Ich für meinen TEil halte nichts von derartigen Einschränkungen. Wär wohl einer der ersten die umgebracht werden, weil sie sich nicht an so etwas halten. So viel dazu um es mal zusammen zu fassen.

Nein die Frau war ganz sicher nicht wegen Trauer so gekleidet. Wie San schon sagte. Dsa ist eine Islamische Frauenverschleierung wenn ich mich nicht irre aus dem Iran oder so.

Was des Rassismus angeht. Hier in Deutschland (bei mir jedejfalls) ist es so, dass die Ausländer die sich hier aufhalten extrem daneben benehmen. Ich halte absolut nichts von Rassismus und habe selber auch sehr viele ausländische Freunde, jedoch ist es leider so das hier, sag ich mal, der Abschaum der Ausländer zusammen trifft. Ich weiß nicht warum. Es ist aber so(wei bereits erwähnt bei uns hier).

Hier in Köln wurde vor geraumer Zeit einmal ein Mädchen -ungefär 15- auf offener Straße von Mutter und Vater in Teamarbeit tod geprügelt. Der Grund: Sie hatte ohne männliche Begleitung das Haus verlassen. Nebenbei, es war hellichter Tag. Und es war auf einer Hauptstraße. War zeihmlich bei uns in der Nähe. Die Neußerstraße, wei sie heißt, ist nur 5 Min zu Fuß von mir entfernt. Dann noch ein paar Meter rauf und da wars. Besonders die Ecke dort oben ist zeimlich belebt. Umso unbegreiflicher ist es mir wir alle nur so feige sein konnten und nichts getan haben. Aber gut. Dies ist wieder ein anderes Thema.

Won derart überzogener Kultur/ Relogion halte ich absolut nichts. verständlicher Weise.

Fenryl
14.04.2005, 20:36
Dieses 'vermummen' hat etwas mit der islamistischen Kultur zu tun, nicht mit der muslimischen Religion..
Oh mein Gott, ich muss die Augen schließen, vor so viel Unwissenheit.
Wirklich beschämend, dass du das Wort "islamistisch" nutzt. Dieser Begriff ist komplett FALSCH und sollte nicht verwendet werdet, ähnlich wie die Behauptung, Dschihad heißt so etwas wie "Heiliger Krieg". Selbst der Verfassungsschutz kennt keine einheitliche Definition für den Begriff "Islamist" - ich frage mich bis heute, was das sein soll, weil vieles auch auf einen normalen Muslim zutrifft.
Und selbst wenn du den Begriff "islamistisch" verwendest, dann nicht im falschen Kontext, denn das bezieht sich in erster Linie auf die Politik. Und wenn diese Frau die Burka freiwillig trägt, dann hat's herzlich wenig mit "Islamismus" zu tun.

Ich habe ja bekanntlich Verwante im Islam.
Hehe, das Land kenne ich noch gar nicht.

Noch etwas, was ich bereits mehrfach sagen musste: Es gibt keine "muslimischen" Gegenstände! Es gibt nur muslimische Menschen bzw. Lebewesen.

Natürlich ist es eine Zumutung bei diesen Temperaturen solch eine Kleidung vorzuschreiben, [...]
Unwissenheit? Ja, Unwissenheit. Du hast wohl niemals die bekannten Nomaden in den Wüsten gesehen, oder? Die springen auch nicht nackt durch die Wüste, weil es so warm ist. Sieh' dir die mal genauer an, die tragen auch lange Kleidung, eben wegen diesen Temperaturen. Hier, mal ein Bild aus dem Niger:
http://www.suntours.de/images/Niger-Nomaden-Tamgak.jpg
Erinnert doch schon fast an deine "islamistische" Kleidung, findest du nicht?

Die "islamistische" Kleidung gab es übrigens schon in der Dschahiliya (Zeit der Unwissenheit), vor dem Islam.


was btw n anderes thema noch angeht wegen den religionen: es gab ja in frankreich wegen dem kopftuch islamischer frauen ein grosses gezettere, ob man das an schulen ( also als lehrerinnen ) erlauben solle oder ned. in meinen augen sollte sowas strikt getrennt werden - religionssymbole ham imo in einer schule nix verloren. auch christliche wie etwa ein kreuz bzw kruzifix, jüdische wie das käppchen ( glaub kippe genannt, bin mir aber ned sicher ) etc ned
Seien wir mal ehrlich: Die Lehrerinnen, die an einer Schule unterrichten, haben selten das Kopftuch aufgezwängt bekommen. Wie denn auch? Wenn ja, würde der Mann die Frau unterdrücken und sie nicht als Lehrerin arbeiten lassen, das wäre ein Widerspruch. Die Frau müsste an den Herd und die Kinder erziehen.

Ich gebe dir aber darin Recht, dass man den Schülern keinen Glauben aufzwingen sollte, beispielsweise die Kreuze in der Klasse. Besonders für Nichtchristen ist das nicht besonders toll. Das Tragen von Hidschab bei Muslimen oder die Kippa bei Juden, fällt für mich aber unter Persönlichkeitsentfaltung. Damit beeinflusst ein Lehrer nicht seine Schüler. Wenn ein Schüler das nicht versteht, warum der Lehrer so etwas trägt, sollte er ihm das erläutern. Damit macht die Lehrkraft dem Kind begreiflich, was es für einen Hintergrund hat.

Ich persönlich halte es für Unfug, jemanden das Kopftuch zu verbieten, weil es ja angeblich für die Unterdrückung der Frau steht. Es gibt etliche Muslimas, die Hidschab (speziell der Djibab) ohne Zwang tragen. Sie sind überzeugt von ihrem Glauben.
Wenn ich eine Frau mit einer Kopfbedeckung sehe, ist das für mich keine Unterdrückung der Frau - Wenn ich sie nicht kenne, darf ich mir nicht einfach so ein Urteil erlauben. Man sollte Kulturen aufgeschlossen sein und nicht auf den Zug der allgegenwärtigen Islam-Phobie aufspringen.

Versetzen wir uns einmal in die Lage der Muslima: Sie trägt das Kopftuch aus reiner Überzeugung und will ein guter Diener Gottes sein. Aber sie darf es nicht tragen, darf deswegen nicht ihren Beruf ausüben, wird in der Gesellschaft benachteiligt. Ist es das, was man damit erreichen will? Ich selbst bin zwar kein Muslim, aber ich stelle mir das grausam vor, denn ich lebe meinen Glauben stark aus.

Ich zitiere noch einmal den Vers, der es erklärt (bald kann ich die gesamte Sure auswendig):
"Und sprich zu den gläubigen Frauen, daß sie ihre Blicke zu Boden schlagen und ihre Keuschheit wahren sollen und daß ihre Reize nicht zur Schau tragen sollen, bis auf das, was davon sichtbar sein muss, und dass ihre Tücher über ihre Busen ziehen sollen und ihre Reize vor niemanden enthüllen als vor ihren Gatten, oder ihren Vätern, oder den Vätern ihrer Gatten, oder ihren Brüdern, oder den Söhnen ihrer Brüder, oder den Söhnen ihrer Schwestern, oder ihren Frauen, oder denen, die ihre Rechte besitzt, oder solchen von ihren männlichen Dienern, die keinen Geschlechtstrieb haben, und den Kindern, die von der Blöße der Frauen nichts wissen. Und sie sollen ihre Füße nicht zusammenschlagen, so daß bekannt wird, was sie von ihrem Zierat verbergen. Und bekehret euch zu Allah insgesamt, o ihr Gläubigen, auf dass ihr erfolgreich seiet." [24:33]

Es gibt keinen Zwang, jeder Muslima ist es selbst überlassen, ob sie das Kopftuch trägt oder nicht. Im jenseiten Leben wird das aber belohnt. Ähnlich wie bei mir mit dem Alkohol: Mir ist es nicht verboten, keinen zu trinken. In Maßen ist es mir erlaubt. Dennoch trinke ich keinen Alkohol.

Aber was rede ich da... So oft, habe ich den Menschen versucht den Islam zu erklären. Was soll man tun, wenn selbst der SPIEGEL auf BILD-Niveau abrutscht, wenn es um den Islam geht? Da wird Harem mit dem Islam verbunden, die Christen sind die Ungläubigen, der Dschihad der Heilige Krieg und was weiß ich alles noch. Natürlich glauben dass die meisten noch, wenn selbsternannte Islamexperten reden, die nicht mal die 5 Säulen des Islam kennen. Oder die berühmten Videos, in denen einige amerikanische Soldaten von fundamentalistischen Muslimen getötet werden. Da wird auch gleich gesagt, das seien muslimische Terroristen, die dann sogar für ihren Glauben sterben. Klar, so tiefgläubig, dass sie westliche Kleidung und Schmuck tragen. Letzteres sollte man als Muslim nicht tragen, das ist haram. Ich weiß wovon ich rede, ich verfolge diese einseitige Berichterstattung seit mittlerweile 3 Jahren.

Ist es unmenschlich diese Frauen erstens nicht nach ihrem Willen handeln zu lassen und zweitens schon quasi MIT ihnen zu handeln?
Ich glaube jeder mit einem gesunden Menschenverstand wird die sagen, dass das unmenschlich ist. Darüber brauchen wir gar nicht zu diskutieren.

Nathan
14.04.2005, 21:45
Ich schmeiss jetzt einfach mal was in den Raum ohne mich durch den Thread gelesen zu haben.

1) das vermummen der Frau ist arabische Kultur und weniger der Islam.

2) Ja, es ist absolut unmenschlich und gegen die Menschenrechte wenn man Frauen dazu zwingt

3) dies wirft aber die Frage auf ob man jemanden auch dazu zwingt wenn man ihm tagtäglich einredet es sei seine Kultur, es sei wichtig, so etwas zu tun ect.

4) das Mädchen und Frauen unfrei sind ist kein Teil des Islams und kommt auch lange nicht nur in arabischen Ländern vor
4.1.) In Armenien beispielsweise (sehr armer Staat, erstes christliches Land der Erde) werden Mädchen oft gegen Mitgift verheiratet. Wo das nicht geschieht heiraten Mädchen oft nur jemanden, weil ihre Eltern denjenigen ausgesucht haben. Es gibt sogar Fälle in denen sich Mädchen von ihren Geliebten entführen lassen, dann im familiären Kreis des Entführers (ihr Freund übrigens) im Einverständnis heiraten und sich der Vater des neuen Ehemannes sich dann mit den Eltern der Braut versöhnt.
Dann gibt es in Armenien (das ich hier als Beispiel für unzählige andere Staaten nehme, es gibt da weit mehr) auch Fälle in denen Männer ihre Frauen zur Prostitution (meistens in der Türkei) zwingen, weil sie selber zu wenig verdienen. Aber wie gesagt, da gibt es auch andere Länder, dies soll bloss verdeutlichen dass die Unterdrückung der Frau wenig mit Islam bzw. arabischer Kultur zu tun hat, sondern weit verbreitet ist.

5) Auch in unserem schönen Westeuropa gibt es Bewegungen (die nichts mit der arabischen Kultur zu tun haben) die Frauen unterdrücken wollen.
5.1) einer ihrer Punkte der mich besonders geschockt hat ist Beispielsweise, dass Männer entscheiden dürfen sollen, ob eine Frau verhütet oder eine Abtreibung vornehmen lässt - inklusive erzwungener Abtreibung wenn der Mann das möchte.
5.2) Afair ist "Men for justice" eine der Gruppen, ich würde aber nicht meine Hand dafür ins Feuer legen dass sie eine der radikaleren sind (also 5.1. auf sie zutrifft)

6) Oh, und wir müssen alles in unserer Macht stehende tun um solchen Entwicklungen vorzubeugen und wir dürfen auch nicht unter dem Vorwand, fremde Kultur müsse geduldet werden, uns Einschränkungen in den Rechten von Frauen aufzwingen lassen - bei keinem Menschen dürfen wir so etwas dulden.