Sanguis
14.05.2005, 23:12
Die zwei Leichen im verlassenen Lagerhaus stempelte die Polizei schnell aus Selbstmord ab. Zwei zerlumpte Obdachlose, sieht nach Genickbruch aus. Von der zweiten Etage ins Erdgeschoß gesprungen wahrscheinlich. Vermutlich das beste für sie, dachte sich der Oberkommisar.
Auf einer naheliegenden Straße ging Onur seines Weges. Ein zermürbtes, schwarzes Tuch auch billigstem Stoff um seine Schultern geworfen. Es war Recht kalt geworden. In dieser Nacht gingen erneut zwei Menschenleben auf sein Konto. Was sollte er tun? Sie haben ihn an seinem Ruheplatz im alten Lagerhaus gestört. Der Hüne hatte ihnen beiden mit den bloßen Händen das Genick gebrochen und sie aus einer höher gelegenen Etage herruntergeworfen. Was waren sie denn schon wert?. Der erste Mord hatte ihm schwer gefallen. Aber die folgenden waren ihm leicht gefallen. Es galt für ihn immer die Devise dass der Stärkere überleben würde. Die ersten Stiche mit dem Kampfmessers seines großen, verstorbenen Bruders in den Rücken seines Vaters waren ihm unendlich schwer gefallen, die letzten jedoch gaben ihm eine unglaubliche Befriedigung.
Am selben Abend noch lief er von Zuhause davon. Sein Vater war Grieche, seine Mutter Jordanierin. Er selbst war der Bastard welcher aus dieser Beziehung hervorging. Kurz nach seiner Geburt wurde seine Mutter ermordet, ihr Vater konnte es nicht erlauben dass seine Tochter mit einem Nicht-Muslime verheiratet wäre.
Es wäre abtrünnig vor Allah gewesen.
Sein Vater überlebte den Anschlag und began zu trinken. Onurs großer Bruder began sich in den falschen Kreisen aufzuhalten und starb nach langer Krankheitsphase an Aids. Das Leben alleine mit seinem Vater konnte er nicht ertragen. Eines Nachts übermante ihn der Hass. Er konnte sich nicht länger sträuben. Er ging in das Zimmer seines verstorbenen Bruders und nahm sich das Messer, das gut versteckt hinter seiner Wandfahne von "Che Guevara" aufgehangen war. Für Onur war sein großer Bruder immer ein Idol. Am selben Abend noch brachte er seinen Vater um, dieser schlief. Seine Schreie ließ Onurs Blut in den Adern gefrieren, aber versetzten ihn auch in einen unglaublichen Zustand. Er genoß es seinen Vater sterben zu sehen.
Seit jeher, Fünfzehn Jahre alt war er gewesen, lebte er auf der Straße. Inzwischen war er zu einem furchteinflößtenden Hüne geworden. Ein Meter und Fünfundeunzig mißt er mindestens. Seine dunkelbraunen Augen waren kalt und emotionslos geworden. Seine schwarzen Haare fielen ihm ins Gesicht. Als kleines Kind hatte seine Mutter ihm eine goldene Kette um den Hals gehängt, sie war das einzige an dem er hing, das er immer bei sich hatte. Vor etwa zwei Jahren versuchte sich ein verlumpter Jugendlicher daran ihm die Kette zu stehlen. Onur jedoch wachte auf und lief ihm hinterher. Schnell hatte er ihn eingeholt. Weinend bat der Junge um Gnade. Doch wollte der Hüne ihm unendliche Qualen zufügen, dannach dürstete er. So nahm er ein altes Tau und ein band daraus einen Strick. Er hängte den Jungen so gegeiselt an eine Feuerleiter in einer naheliegenden, verlassenen Gasse. Der Junge schrieh als ihm langsam die Luft auszugehen drohte. In Ekstase hielt der Hüne dem Jungen den Mund zu und brach ihm dabei beinnahe den Kiefer. Leute gingen an der Gasse vorbei, unternahmen jedoch nichts. Der Anblick des Schauspiels jagte ihn Furcht ein, welcher normale Passant wollte da schon etwas unternehmen?
Der Lärm der hupenden Autos reißt Onur aus seinen Gedanken. Das Geräusch von klirrendem Glas läßt ihn aufhorchen. Rechts von ihm sieht er durch ein Schaufenster zwei bullige Schläger mit Baseballschlägern auf einen Thresen einschlagen. Es ist ein Restaurant in dieser miesen Gegend. In der Ecke des Ladens hockt eine junge Frau, zitternd und weinend. Der Hüne hat nur wenige Errinerungen an seine Mutter, jedoch errinert ihn diese Frau an sie. Seine Mutter war ihm als warmherzige und vollkommene Person im Gedächnis geblieben, die einzige Person der Welt der er hätte vertrauen können. Irgendetwas übermante ihn, er wollte der Frau im Laden helfen. Er öffnet langsam die Tür. Der größere der Schläger bemerkt den Fremden und weißt seinen Kollegen darauf hin. "Verschwinde! Oder du wirst es bereuen." sagt der kleinere der Schläger zu ihm. Er ist etwas kleiner, aber dennoch breit gebaut. Schwarze Haare, Halbglatze. Eine hässliche Narbe durchzieht sein Gesicht. Emotionslos marschiert Onur auf die beiden zu. "Was jetzt, Chef?" fragt der nun verwirrte Größere das Narbengesicht. "Er hat es so gewollt.." flüstert er. Das Narbengesicht weißt den größeren mit einer Geste daraufhin anzugreifen. Dieser holt sogleich zum Schlag mit dem Baseballschläger aus. Onur weicht dem gewaltigen Schlag aus. Kalt kommt der Hüne einen Schritt näher und fasst die Waffe des Schlägers. Das Metal des Schlägers ist kalt. Sogleich entreißt er ihn mühelos. Mit einem gezielten Schlag liegt der Ochse am Boden. Das Narbengesicht schaut erschrocken auf. Schnell zückt er eine langläufige Pistole und schießt. Durch den Schalldämpfer ist kein wirklicher Laut zu hören. Geistesgegenwärtig rollt sich Onur seitlich etwas ab. Die Kugel streift seinen rechten Arm heftig. Die Wand hinter ihm ist blutbesudelt. von den nachfolgenden sieben schüßen streifen 3 den Hünen, 1 bleibt im linken unterarm stecken. Als das Magazin klickt entscheidet sich der Schütze die Flucht zu ergreifen. Wie regungslos steht Onur da, das blut läuft von seinen Armen herrunter, mit denen er die Schüße so gut wie möglich von seinem Körper lenkte. Der Ochse liegt noch immer blutend am Boden. Er war wahrscheinlich tot. "Ich danke ihnen!" spricht die junge Frau weinend zu Onur. "Aber kommen sie schnell, wir müssen sie verarzten.". "Geben sie mir Verband und Nähzeug." entgegnet der Hüne kalt. Sofort eilt die junge, attraktive Frau zu einem Schrank im Nebenzimmer, auf dem man ein Rotes Kreuz erkennen kann. Schnell holt sie einen kleinen Beutel, sowie etwas Verband herraus. "Hier.". Sie übergibt ihm das Erste-Hilfe Material. Onur setzt sich hin. Gekonnt näht er seine schußwunden und verbindet sie. Er desinfiziert sie nicht. Er tupft nur einiges Blut mit einer Servirte ab. "Messer." wendet er sich an die Junge Frau. Schnell sucht sie am Boden, nahe des zerstörten Thresen, nach einem Messer. Schnell putzt sie es mit ihrer Schürtze ab und gibt es ihm. Onur entfernte hiermit die Kugel aus seinem Arm. Sein Gesicht ist schmerzverzehrt. Die junge Frau schaut nicht hin. Auch diese Wunde näht und verbindet er.
"Was wollten sie von ihnen?" fragt Onur die Junge Frau emotionslos. "Schutzgeld..." erwiederte die Frau. Sie schaut auf den Boden. Beinnahe beginnt sie erneut zu weinen. Er hatte sein Oberteil ausgezogen. Die junge Frau betrachtete seinen Oberkörper. Er war von Narven übersäht. "Woher haben sie die ganzen Narben?" platze es aus ihr herraus. Doch Onur schwieg. Er hatte irgendetwas an ihr gefunden, sie strahlte Wärme aus. Er kannte sie nicht, aber er empfand sie als etwas besonderes. Vielleicht eine Wüstenblume in der Einöde dieses Lebens. Er hatte ein Bedürfnis daran sie besser kennenzulernen, aber Emotionen sind falsch. Sie sind der Schwachpunkt der Menschen. Und er verabscheut die Menschen. "Darf ich ihnen etwas zu Essen anbieten?" fragte sie ihn mit einem lächeln auf dem Gesicht. Onur konnte sich nicht daran errinern wann jemand zuletzt so freundlich zu ihm war. Er nickt. Sie verschwindet hinter einer Tür, vermutlich die Küche. Alleine sitzt er an einem Holztisch, überall liegen noch die Trümmer des Thresens und einiger Regale herrum. Am Boden noch immer der bullige Schläger in einer kleinen Blutlache. Regungslos. Onur läßt sich die letzten Tage noch einmal revü passieren. Aber gefiel ihm sein Leben so? Sollte er nicht vielleicht ein Risiko eingehen? Sein Leben war so doch unbefriedigend.. Einige Minuten später kommt die Junge Frau wieder. Sie stellt dem Hünen eine Supper auf den Tisch. Gierig schlingt er sie runter. Lange hatte er nichts so wohlschmeckendes gegessen. "Ich heiße Maria." platzt sie herraus und lächelt den Hünen in einer wunderbaren Art an. Sie hat braune, lange haare. Sie glänzen selbst in dieser tristen Nacht. Ihre hellen, braunen Augen funkeln. Sie strahlt Wärme und Geborgenheit aus. Onur sehnt sich nach jemandem wie ihr. Aber am Ende wird er doch sowieso wieder verletzt... "Onur" murmelt er in sich hinnein. "Wollen sie mir nicht sagen woher sie ihre ganzen Narben haben?" bohrte Maria eindringlich. "Ich lebe auf der Straße.." entgegnet Onur schroff beim essen seiner Suppe. "Haben sie keinen Ort an dem sie zuhause sind? Keine Familie?". Diese Frage war Onur unangenehm. Kurz schwieg er, dann antwortete er doch. "Meine Familie.. ist tot.". Maria schaute betrübt, sie dachte dass sie wohl einen wunden Punkt getroffen hatte. "Ohne sie wär es vielleicht auch um mich geschehen gewesen... Sie sind ein guter Mensch, Gott segne sie... Kann ich etwas für sie tun?" Onur wunderte sich. Er soll ein guter Mensch sein? Er ist böse, abgrundtief böse. "Nein.". Der Hüne steht auf, streift sich sein Oberteil über und verläßt das Restaurant. Er verschwindet in der Nacht. Maria folgt ihm bis auf die Straße. "Kommen sie mich wieder besuchen, ich bitte sie darum!". Der Hüne nahm es zur Kentniss, er fand die junge Frau sympatisch. In den folgenden Tagen kam er abends desöfteren zu ihr. Sie redete, doch stets versuchte Onur möglichst schweigsam zu bleiben und sich nicht zu sehr an sie zu binden. Denn man wird verlassen... Immer wird man verlassen...
Eines Abends kam der Hüne gegen Mitternacht an ihrem Restaurant an. Die Polizei hatte alles abgesperrt. Die großen Fenster waren zertrümmert, überall waren Glassplitter verteilt. Maria hatte ihm erzählt dass diese Schläger zu einem Kartell gehörten und Schutzgeld eintreiben. Ihr Geschäft hatte ihre Mutter ihr hinterlassen, nach dem Tod ihres Vaters ging sie zurück nach Spanien. Sie jedoch wollte weiter dafür kämpfen hier zu bleiben. Onur respektierte das immer sehr. Es näherte sich dem Schauplatz, die Polizei mied er sonst immer. Schon aus Prinzip. Dort liegt' sie, Maria. In Glassplittern, in einer Pfütze aus Blut. Niedergeschoßen...? Der Hüne läuft zu den Polizisten. "Ist sie tot?" fragt er, versucht möglichst kalt zu bleiben. Der Polizist nickt routinemäßig.
Onur wusste dass er es zu verantworten hatte. Er hatte beide Schläger verschont. Einen hatte er laufen lassen, den anderen hatten sie nacher ebenfalls die Freiheit geschenkt, er hatte es überlebt. Erstmals zeigte' er Gnade, doch sie wurd ihm zum unendlichen Verhängnis... Onur konnte es nicht glauben, er hatte einen Menschen wie Maria gefunden und sie verloren. Und es war seine Schuld...
Der Hüne hatte ein unglaubliches verlangen dannach Rache zu nehmen. Er wollte sie leiden sehen, diese Bastarde. Diese Hunde.. Doch das wäre nicht Marias Wille gewesen. Wie ein Engel kam sie ihm vor, sie hat seinem Leben den Weg gewiesen. Alles schöne ist vergänglich..
Eine Woche später besucht Onur ihr Grab. Er sieht selbst aus wie eine Leiche. Er hat wohl die letzte Woche kein Auge zugetan. Kreidebleich kniet er vor dem ihren Grab. Vorsichtig öffnet er die Kette an seinem Hals.
"Kein Wasser der Welt kann das Blut von meinen Händen waschen, aber du hast mir den Weg gewiesen... Wenn Gott mir noch einmal vergeben kann so will ich mich bessern. Ich bete für dich, Maria."
So wollte Onur sein Leben bessern, seine Taten sünen. Began' an Gott zu glauben, so wie Maria es ihm ans Herz lag. Sie würde immer einen Platz in diesem behalten.
Zwei Monate später wurde Onur aus einem Auto herraus erschoßen.
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Hab's mir nicht mehr durchgelesen oder so, hab' einfach das geschrieben was mir in den Sinn kam. Habe lang nicht mehr geschrieben und bekam Lust darauf. Stecken ein paar Sachen hinter, aber na ja. Was haltet ihr davon? Nichts tiefgründiges, kam alles spontan. Also entschuldigt auch Tempus, etc. fehler. Danke. ;)
Sanguis
Auf einer naheliegenden Straße ging Onur seines Weges. Ein zermürbtes, schwarzes Tuch auch billigstem Stoff um seine Schultern geworfen. Es war Recht kalt geworden. In dieser Nacht gingen erneut zwei Menschenleben auf sein Konto. Was sollte er tun? Sie haben ihn an seinem Ruheplatz im alten Lagerhaus gestört. Der Hüne hatte ihnen beiden mit den bloßen Händen das Genick gebrochen und sie aus einer höher gelegenen Etage herruntergeworfen. Was waren sie denn schon wert?. Der erste Mord hatte ihm schwer gefallen. Aber die folgenden waren ihm leicht gefallen. Es galt für ihn immer die Devise dass der Stärkere überleben würde. Die ersten Stiche mit dem Kampfmessers seines großen, verstorbenen Bruders in den Rücken seines Vaters waren ihm unendlich schwer gefallen, die letzten jedoch gaben ihm eine unglaubliche Befriedigung.
Am selben Abend noch lief er von Zuhause davon. Sein Vater war Grieche, seine Mutter Jordanierin. Er selbst war der Bastard welcher aus dieser Beziehung hervorging. Kurz nach seiner Geburt wurde seine Mutter ermordet, ihr Vater konnte es nicht erlauben dass seine Tochter mit einem Nicht-Muslime verheiratet wäre.
Es wäre abtrünnig vor Allah gewesen.
Sein Vater überlebte den Anschlag und began zu trinken. Onurs großer Bruder began sich in den falschen Kreisen aufzuhalten und starb nach langer Krankheitsphase an Aids. Das Leben alleine mit seinem Vater konnte er nicht ertragen. Eines Nachts übermante ihn der Hass. Er konnte sich nicht länger sträuben. Er ging in das Zimmer seines verstorbenen Bruders und nahm sich das Messer, das gut versteckt hinter seiner Wandfahne von "Che Guevara" aufgehangen war. Für Onur war sein großer Bruder immer ein Idol. Am selben Abend noch brachte er seinen Vater um, dieser schlief. Seine Schreie ließ Onurs Blut in den Adern gefrieren, aber versetzten ihn auch in einen unglaublichen Zustand. Er genoß es seinen Vater sterben zu sehen.
Seit jeher, Fünfzehn Jahre alt war er gewesen, lebte er auf der Straße. Inzwischen war er zu einem furchteinflößtenden Hüne geworden. Ein Meter und Fünfundeunzig mißt er mindestens. Seine dunkelbraunen Augen waren kalt und emotionslos geworden. Seine schwarzen Haare fielen ihm ins Gesicht. Als kleines Kind hatte seine Mutter ihm eine goldene Kette um den Hals gehängt, sie war das einzige an dem er hing, das er immer bei sich hatte. Vor etwa zwei Jahren versuchte sich ein verlumpter Jugendlicher daran ihm die Kette zu stehlen. Onur jedoch wachte auf und lief ihm hinterher. Schnell hatte er ihn eingeholt. Weinend bat der Junge um Gnade. Doch wollte der Hüne ihm unendliche Qualen zufügen, dannach dürstete er. So nahm er ein altes Tau und ein band daraus einen Strick. Er hängte den Jungen so gegeiselt an eine Feuerleiter in einer naheliegenden, verlassenen Gasse. Der Junge schrieh als ihm langsam die Luft auszugehen drohte. In Ekstase hielt der Hüne dem Jungen den Mund zu und brach ihm dabei beinnahe den Kiefer. Leute gingen an der Gasse vorbei, unternahmen jedoch nichts. Der Anblick des Schauspiels jagte ihn Furcht ein, welcher normale Passant wollte da schon etwas unternehmen?
Der Lärm der hupenden Autos reißt Onur aus seinen Gedanken. Das Geräusch von klirrendem Glas läßt ihn aufhorchen. Rechts von ihm sieht er durch ein Schaufenster zwei bullige Schläger mit Baseballschlägern auf einen Thresen einschlagen. Es ist ein Restaurant in dieser miesen Gegend. In der Ecke des Ladens hockt eine junge Frau, zitternd und weinend. Der Hüne hat nur wenige Errinerungen an seine Mutter, jedoch errinert ihn diese Frau an sie. Seine Mutter war ihm als warmherzige und vollkommene Person im Gedächnis geblieben, die einzige Person der Welt der er hätte vertrauen können. Irgendetwas übermante ihn, er wollte der Frau im Laden helfen. Er öffnet langsam die Tür. Der größere der Schläger bemerkt den Fremden und weißt seinen Kollegen darauf hin. "Verschwinde! Oder du wirst es bereuen." sagt der kleinere der Schläger zu ihm. Er ist etwas kleiner, aber dennoch breit gebaut. Schwarze Haare, Halbglatze. Eine hässliche Narbe durchzieht sein Gesicht. Emotionslos marschiert Onur auf die beiden zu. "Was jetzt, Chef?" fragt der nun verwirrte Größere das Narbengesicht. "Er hat es so gewollt.." flüstert er. Das Narbengesicht weißt den größeren mit einer Geste daraufhin anzugreifen. Dieser holt sogleich zum Schlag mit dem Baseballschläger aus. Onur weicht dem gewaltigen Schlag aus. Kalt kommt der Hüne einen Schritt näher und fasst die Waffe des Schlägers. Das Metal des Schlägers ist kalt. Sogleich entreißt er ihn mühelos. Mit einem gezielten Schlag liegt der Ochse am Boden. Das Narbengesicht schaut erschrocken auf. Schnell zückt er eine langläufige Pistole und schießt. Durch den Schalldämpfer ist kein wirklicher Laut zu hören. Geistesgegenwärtig rollt sich Onur seitlich etwas ab. Die Kugel streift seinen rechten Arm heftig. Die Wand hinter ihm ist blutbesudelt. von den nachfolgenden sieben schüßen streifen 3 den Hünen, 1 bleibt im linken unterarm stecken. Als das Magazin klickt entscheidet sich der Schütze die Flucht zu ergreifen. Wie regungslos steht Onur da, das blut läuft von seinen Armen herrunter, mit denen er die Schüße so gut wie möglich von seinem Körper lenkte. Der Ochse liegt noch immer blutend am Boden. Er war wahrscheinlich tot. "Ich danke ihnen!" spricht die junge Frau weinend zu Onur. "Aber kommen sie schnell, wir müssen sie verarzten.". "Geben sie mir Verband und Nähzeug." entgegnet der Hüne kalt. Sofort eilt die junge, attraktive Frau zu einem Schrank im Nebenzimmer, auf dem man ein Rotes Kreuz erkennen kann. Schnell holt sie einen kleinen Beutel, sowie etwas Verband herraus. "Hier.". Sie übergibt ihm das Erste-Hilfe Material. Onur setzt sich hin. Gekonnt näht er seine schußwunden und verbindet sie. Er desinfiziert sie nicht. Er tupft nur einiges Blut mit einer Servirte ab. "Messer." wendet er sich an die Junge Frau. Schnell sucht sie am Boden, nahe des zerstörten Thresen, nach einem Messer. Schnell putzt sie es mit ihrer Schürtze ab und gibt es ihm. Onur entfernte hiermit die Kugel aus seinem Arm. Sein Gesicht ist schmerzverzehrt. Die junge Frau schaut nicht hin. Auch diese Wunde näht und verbindet er.
"Was wollten sie von ihnen?" fragt Onur die Junge Frau emotionslos. "Schutzgeld..." erwiederte die Frau. Sie schaut auf den Boden. Beinnahe beginnt sie erneut zu weinen. Er hatte sein Oberteil ausgezogen. Die junge Frau betrachtete seinen Oberkörper. Er war von Narven übersäht. "Woher haben sie die ganzen Narben?" platze es aus ihr herraus. Doch Onur schwieg. Er hatte irgendetwas an ihr gefunden, sie strahlte Wärme aus. Er kannte sie nicht, aber er empfand sie als etwas besonderes. Vielleicht eine Wüstenblume in der Einöde dieses Lebens. Er hatte ein Bedürfnis daran sie besser kennenzulernen, aber Emotionen sind falsch. Sie sind der Schwachpunkt der Menschen. Und er verabscheut die Menschen. "Darf ich ihnen etwas zu Essen anbieten?" fragte sie ihn mit einem lächeln auf dem Gesicht. Onur konnte sich nicht daran errinern wann jemand zuletzt so freundlich zu ihm war. Er nickt. Sie verschwindet hinter einer Tür, vermutlich die Küche. Alleine sitzt er an einem Holztisch, überall liegen noch die Trümmer des Thresens und einiger Regale herrum. Am Boden noch immer der bullige Schläger in einer kleinen Blutlache. Regungslos. Onur läßt sich die letzten Tage noch einmal revü passieren. Aber gefiel ihm sein Leben so? Sollte er nicht vielleicht ein Risiko eingehen? Sein Leben war so doch unbefriedigend.. Einige Minuten später kommt die Junge Frau wieder. Sie stellt dem Hünen eine Supper auf den Tisch. Gierig schlingt er sie runter. Lange hatte er nichts so wohlschmeckendes gegessen. "Ich heiße Maria." platzt sie herraus und lächelt den Hünen in einer wunderbaren Art an. Sie hat braune, lange haare. Sie glänzen selbst in dieser tristen Nacht. Ihre hellen, braunen Augen funkeln. Sie strahlt Wärme und Geborgenheit aus. Onur sehnt sich nach jemandem wie ihr. Aber am Ende wird er doch sowieso wieder verletzt... "Onur" murmelt er in sich hinnein. "Wollen sie mir nicht sagen woher sie ihre ganzen Narben haben?" bohrte Maria eindringlich. "Ich lebe auf der Straße.." entgegnet Onur schroff beim essen seiner Suppe. "Haben sie keinen Ort an dem sie zuhause sind? Keine Familie?". Diese Frage war Onur unangenehm. Kurz schwieg er, dann antwortete er doch. "Meine Familie.. ist tot.". Maria schaute betrübt, sie dachte dass sie wohl einen wunden Punkt getroffen hatte. "Ohne sie wär es vielleicht auch um mich geschehen gewesen... Sie sind ein guter Mensch, Gott segne sie... Kann ich etwas für sie tun?" Onur wunderte sich. Er soll ein guter Mensch sein? Er ist böse, abgrundtief böse. "Nein.". Der Hüne steht auf, streift sich sein Oberteil über und verläßt das Restaurant. Er verschwindet in der Nacht. Maria folgt ihm bis auf die Straße. "Kommen sie mich wieder besuchen, ich bitte sie darum!". Der Hüne nahm es zur Kentniss, er fand die junge Frau sympatisch. In den folgenden Tagen kam er abends desöfteren zu ihr. Sie redete, doch stets versuchte Onur möglichst schweigsam zu bleiben und sich nicht zu sehr an sie zu binden. Denn man wird verlassen... Immer wird man verlassen...
Eines Abends kam der Hüne gegen Mitternacht an ihrem Restaurant an. Die Polizei hatte alles abgesperrt. Die großen Fenster waren zertrümmert, überall waren Glassplitter verteilt. Maria hatte ihm erzählt dass diese Schläger zu einem Kartell gehörten und Schutzgeld eintreiben. Ihr Geschäft hatte ihre Mutter ihr hinterlassen, nach dem Tod ihres Vaters ging sie zurück nach Spanien. Sie jedoch wollte weiter dafür kämpfen hier zu bleiben. Onur respektierte das immer sehr. Es näherte sich dem Schauplatz, die Polizei mied er sonst immer. Schon aus Prinzip. Dort liegt' sie, Maria. In Glassplittern, in einer Pfütze aus Blut. Niedergeschoßen...? Der Hüne läuft zu den Polizisten. "Ist sie tot?" fragt er, versucht möglichst kalt zu bleiben. Der Polizist nickt routinemäßig.
Onur wusste dass er es zu verantworten hatte. Er hatte beide Schläger verschont. Einen hatte er laufen lassen, den anderen hatten sie nacher ebenfalls die Freiheit geschenkt, er hatte es überlebt. Erstmals zeigte' er Gnade, doch sie wurd ihm zum unendlichen Verhängnis... Onur konnte es nicht glauben, er hatte einen Menschen wie Maria gefunden und sie verloren. Und es war seine Schuld...
Der Hüne hatte ein unglaubliches verlangen dannach Rache zu nehmen. Er wollte sie leiden sehen, diese Bastarde. Diese Hunde.. Doch das wäre nicht Marias Wille gewesen. Wie ein Engel kam sie ihm vor, sie hat seinem Leben den Weg gewiesen. Alles schöne ist vergänglich..
Eine Woche später besucht Onur ihr Grab. Er sieht selbst aus wie eine Leiche. Er hat wohl die letzte Woche kein Auge zugetan. Kreidebleich kniet er vor dem ihren Grab. Vorsichtig öffnet er die Kette an seinem Hals.
"Kein Wasser der Welt kann das Blut von meinen Händen waschen, aber du hast mir den Weg gewiesen... Wenn Gott mir noch einmal vergeben kann so will ich mich bessern. Ich bete für dich, Maria."
So wollte Onur sein Leben bessern, seine Taten sünen. Began' an Gott zu glauben, so wie Maria es ihm ans Herz lag. Sie würde immer einen Platz in diesem behalten.
Zwei Monate später wurde Onur aus einem Auto herraus erschoßen.
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Hab's mir nicht mehr durchgelesen oder so, hab' einfach das geschrieben was mir in den Sinn kam. Habe lang nicht mehr geschrieben und bekam Lust darauf. Stecken ein paar Sachen hinter, aber na ja. Was haltet ihr davon? Nichts tiefgründiges, kam alles spontan. Also entschuldigt auch Tempus, etc. fehler. Danke. ;)
Sanguis