Flow
24.05.2005, 00:10
Bei Videospielfirmen ist es allgemeinhin bekannt, dass durchweg gute, oder gegensätlich pausenlos schlechte Werke abgeliefert werden.
Ich unterstelle euch Usern einfach mal, dass fast keiner hier, sich während den erbarmungslosen Zockerjahren nicht dazu hinreißen lassen hat, symphatien und antipathien für und gegen bestimmte Firmen zu entwickeln. So stieß es mir doch etwas übel auf, als ich das Videothekenfutter Shadow Hearts: Covenant in meiner PS2 rotieren ließ, nur um wenige Sekunden später das Midway Label über meinen Bildschirm flimmern sehen zu müssen. Vorurteile wurden kurz geschürt, Abneigung baute sich auf, doch die 3,30€ Videothekengebühr musste ich sowieso zahlen, also dachte ich mir: "Das RPG zockste jetzt auch an!"
Was daraus geworden ist, das erkläre ich jetzt in den einzelnen Unterkategorien.
Freude oder Reinfall? :)
Story:
Mein kleiner Nachteil war, dass ich den ersten Teil der Serie (Shadow Hearts - 2001), der inzwischen eine Rarität geworden ist, niemals gespielt habe. Man sollte sich also zumindest irgendwo eine kleine Geschichtszusammenfassung des eröffnenden Spieles zu Gemüte führen, da es sonst zu kleineren Verwirrungen kommen kann.
Ich persönlich wusste nicht, dass es einen Vorgänger gab und musste gelegentlich etwas grübeln. Allerdings wird auch in Flashbacks und Rückblicken zu Shadow Hearts stets erklärt, was denn nun genau passiert ist, so, dass man niemals vollkommen den Überblick verliert.
Hat dann auch der hinterletzte Schläfer endlich verstanden, dass es einen ersten Teil gab, (*hust* ;)) ist die Geschichte dieses Spiels mehr als zu genießen. Die Zusammenhänge der Charaktere sind endlos perfekt, die Inszenierung des Plots einfach umwerfend und auch die Geschichte an sich wunderschön. Sämtlichen Figuren kauft man den Charakter komplett ab, den sie verkörpern sollen.
Jede Figur des Spieles hat eine tiefe, nach hinten und vorn reichende Verwurzelung, die spannend anzusehen ist, die Story stets auf unglaublich hohem Niveau hält und ganz nebenbei immer Lust macht, das Spiel voranzutreiben.
Für eine bezaubernde, klassisch gut umgesetzte Geschichte gibt es brillante
96%
Grafik:
Die Grafik von Shadow Hearts ist schick. Umgebungen sind fein ausgearbeitet, Charaktere gut gestaltet und die Liebe zum Detail ist durchgehend zu erkennen. Zwischendurch gibt es Videosequenzen in allerfeinster Filmgrafik zu bestaunen, die es auch immer wieder exzellent schaffen, Emotionen von oberster Klasse zu transportieren.
Auch die Kampfanimationen sind schick anzuschauen. Zauber, Dämonenwandlung, Sonderangriffe, sieht insgesamt einfach alles extrem schick aus.
Abstriche gibt es bei gelegentlich etwas zu auffälliger Treppchenbildung, die man zu heutiger Zeit auch besser hätte in den Griff bekommen können. Als Gesamtbild gibt es für die liebevolle Arbeit jedoch lockere
89%
Sound:
Der Musik und Soundanteil des Spiels ist für mich ein sehr zweischneidiges Schwert. Einerseits gibt es sehr schöne, bezaubernde und tolle Soundeffekte zu belauschen. Viele, kleine Sachen, die den Athmosphärischen Teil einer Location neben der schönen Grafik auch so erneut ein wenig hochpushen können. Zudem sind auch die Sycnhronstimmen der Figuren durchaus passend gewählt. Kein Charakter hat einen unpassenden Sprecher, der sein Werk nicht verstehen würde. Jedem ist seine Rolle optimal auf Leib und Brust geschnürt. Der Teil der mich in dieser Kategorie umherreißt, ist eindeutig der musikalische Part. Während für die Zwischensequenzen, storyantreibende Gespräche und emotionalen Filme stets atemberaubende und wunderschöne Musik verwendet wird, so besteht die Kampfmusik aus einem Techno-Pop Gemisch, der sich schlicht und ergreifend grausam anhört. Schnelle Beats, gepaart mit poppigem Untergrund und einer indischen Stimme, die stetig im Hintergrund das Bedürfnis verspührt, zu stöhnen.
Bei Endgegnern is es in etwa derselbe Fall, bloß dass hier das Tempo der Musik um noch ein Stück angezogen wurde.
Aber letztendlich ist auch dies eine bloße Geschmacksfrage und ich bin leider der Meinung, dass eine solche Musik nicht in ein RPG von dem Schlag gehört.
Trotz alledem überwiegt die Freude über die Super-Soundkulisse und fährt spektakuläre
91% ein.
Gameplay:
Shadow Hearts: Covenant balanciert schlicht und einfach in allen RPG-Bereichen auf einem hohen Niveau, ohne jemals irgendwie in's Schwanken zu geraten.
Die Charaktere sind passend aufeinander abgestimmt, haben eine große Portion Charme, die Story ist spannend und sehr emotional eingebunden und selbst bei bloßem, schnellen Durchspielen erreicht man eine ungefähre Spielzeit von etwa 40 Stunden. Sehr weit auszubauen ist diese, sobald man sich dafür entschieden hat, die Sidequests zu lösen. Hierdurch gibt es starke Waffen, extraangriffe, Sonderfusionen ... ach, einfach alles, was das Rollenspielerherz begehrt. Das Kampfsystem zeigt sich sehr frisch und wird dadurch bestimmt, dass man am sogenannten Schicksalsrad drehen muss. Jede Aktion, vom Angriff bis zum Item, wird durch eine Art Glücksrad ausgelöst, das der Spieler selbst betätigen muss. Was schnell zum Reflex wird, endet trotzdem niemals monoton.
Witzig sind ebenfalls die endlos vielen, kleinen Ideen in dem Spiel. So kann man Beispielsweise das Schicksalsrad ebenfalls verwenden, um in Geschäften einen Rabatt bei Käufen, sowie Preisaufschlag bei Verkäufen zu erhalten.
Das Spiel geht genial von der Hand und motiviert von Anfang bis Ende fast durchgehend. Frustmomente gibt es keine, jedoch einige Kopfnussdungeons, die auch kleinen Denkern einiges abverlangen.
Für ein perfekt aufeinander abgestimmtes Gameplay, gibt es glatte
97%
Fazit:
Die scheinbar endlose Innovation der Entwickler übertrifft sich selbst nur noch durch den genialen Hauptplot, den dort integrierten Humor, die endlos scheinende Spiellänge, sowie der wunderschönen Aufmachung aller kleinen Gelegentlichkeiten des Spiels.
Kein Zahnrad des Gesamtkunstwerkes erlaubt sich hier einen Fehler und so kann man getrost behaupten, dass Shadow Hearts: Covenant auf der Playstation 2 die momentane RPG-Referenz stellt.
Wer Rollenspiele auch nur im geringsten Ansatz mag, sollte auf dieses Game mehr als einen kleinen Blick riskieren. Auch ich musste, nachdem es zurück in der Videothek verschwunden war, zuschlagen und es für meine Sammlung besorgen. Ein einzigartiges Stück Videospielgeschichte das zeigt, mit wie viel Liebe zum Teil doch noch produziert wird und dass ich und meine Vorurteile in Zukunft ein wenig vorsichtiger haushalten sollten! :)
Ich verteile für diesen Meilenstein:
96%
Screenshots: 1 (http://www.shadowheartscovenant.com/screens/02.jpg) 2 (http://www.shadowheartscovenant.com/screens/06.jpg) 3 (http://www.shadowheartscovenant.com/screens/08.jpg) 4 (http://www.shadowheartscovenant.com/screens/01.jpg) 5 (http://www.shadowheartscovenant.com/screens/03.jpg) 6 (http://www.erscheinungstermine.de/source/images/screenshots/g1596/bigcb0f8a57c8d19d9840428297b3a8548c.jpg) 7 (http://surgemag.com/images/Fall2004/Reviews/shadow%20Heart/large/LG_PS2_SHC_Screen18.jpg)
Links: Offizielle Homepage (http://www.shadowheartscovenant.com/)
(file:///F:/Ashiradio.rar)
Ich unterstelle euch Usern einfach mal, dass fast keiner hier, sich während den erbarmungslosen Zockerjahren nicht dazu hinreißen lassen hat, symphatien und antipathien für und gegen bestimmte Firmen zu entwickeln. So stieß es mir doch etwas übel auf, als ich das Videothekenfutter Shadow Hearts: Covenant in meiner PS2 rotieren ließ, nur um wenige Sekunden später das Midway Label über meinen Bildschirm flimmern sehen zu müssen. Vorurteile wurden kurz geschürt, Abneigung baute sich auf, doch die 3,30€ Videothekengebühr musste ich sowieso zahlen, also dachte ich mir: "Das RPG zockste jetzt auch an!"
Was daraus geworden ist, das erkläre ich jetzt in den einzelnen Unterkategorien.
Freude oder Reinfall? :)
Story:
Mein kleiner Nachteil war, dass ich den ersten Teil der Serie (Shadow Hearts - 2001), der inzwischen eine Rarität geworden ist, niemals gespielt habe. Man sollte sich also zumindest irgendwo eine kleine Geschichtszusammenfassung des eröffnenden Spieles zu Gemüte führen, da es sonst zu kleineren Verwirrungen kommen kann.
Ich persönlich wusste nicht, dass es einen Vorgänger gab und musste gelegentlich etwas grübeln. Allerdings wird auch in Flashbacks und Rückblicken zu Shadow Hearts stets erklärt, was denn nun genau passiert ist, so, dass man niemals vollkommen den Überblick verliert.
Hat dann auch der hinterletzte Schläfer endlich verstanden, dass es einen ersten Teil gab, (*hust* ;)) ist die Geschichte dieses Spiels mehr als zu genießen. Die Zusammenhänge der Charaktere sind endlos perfekt, die Inszenierung des Plots einfach umwerfend und auch die Geschichte an sich wunderschön. Sämtlichen Figuren kauft man den Charakter komplett ab, den sie verkörpern sollen.
Jede Figur des Spieles hat eine tiefe, nach hinten und vorn reichende Verwurzelung, die spannend anzusehen ist, die Story stets auf unglaublich hohem Niveau hält und ganz nebenbei immer Lust macht, das Spiel voranzutreiben.
Für eine bezaubernde, klassisch gut umgesetzte Geschichte gibt es brillante
96%
Grafik:
Die Grafik von Shadow Hearts ist schick. Umgebungen sind fein ausgearbeitet, Charaktere gut gestaltet und die Liebe zum Detail ist durchgehend zu erkennen. Zwischendurch gibt es Videosequenzen in allerfeinster Filmgrafik zu bestaunen, die es auch immer wieder exzellent schaffen, Emotionen von oberster Klasse zu transportieren.
Auch die Kampfanimationen sind schick anzuschauen. Zauber, Dämonenwandlung, Sonderangriffe, sieht insgesamt einfach alles extrem schick aus.
Abstriche gibt es bei gelegentlich etwas zu auffälliger Treppchenbildung, die man zu heutiger Zeit auch besser hätte in den Griff bekommen können. Als Gesamtbild gibt es für die liebevolle Arbeit jedoch lockere
89%
Sound:
Der Musik und Soundanteil des Spiels ist für mich ein sehr zweischneidiges Schwert. Einerseits gibt es sehr schöne, bezaubernde und tolle Soundeffekte zu belauschen. Viele, kleine Sachen, die den Athmosphärischen Teil einer Location neben der schönen Grafik auch so erneut ein wenig hochpushen können. Zudem sind auch die Sycnhronstimmen der Figuren durchaus passend gewählt. Kein Charakter hat einen unpassenden Sprecher, der sein Werk nicht verstehen würde. Jedem ist seine Rolle optimal auf Leib und Brust geschnürt. Der Teil der mich in dieser Kategorie umherreißt, ist eindeutig der musikalische Part. Während für die Zwischensequenzen, storyantreibende Gespräche und emotionalen Filme stets atemberaubende und wunderschöne Musik verwendet wird, so besteht die Kampfmusik aus einem Techno-Pop Gemisch, der sich schlicht und ergreifend grausam anhört. Schnelle Beats, gepaart mit poppigem Untergrund und einer indischen Stimme, die stetig im Hintergrund das Bedürfnis verspührt, zu stöhnen.
Bei Endgegnern is es in etwa derselbe Fall, bloß dass hier das Tempo der Musik um noch ein Stück angezogen wurde.
Aber letztendlich ist auch dies eine bloße Geschmacksfrage und ich bin leider der Meinung, dass eine solche Musik nicht in ein RPG von dem Schlag gehört.
Trotz alledem überwiegt die Freude über die Super-Soundkulisse und fährt spektakuläre
91% ein.
Gameplay:
Shadow Hearts: Covenant balanciert schlicht und einfach in allen RPG-Bereichen auf einem hohen Niveau, ohne jemals irgendwie in's Schwanken zu geraten.
Die Charaktere sind passend aufeinander abgestimmt, haben eine große Portion Charme, die Story ist spannend und sehr emotional eingebunden und selbst bei bloßem, schnellen Durchspielen erreicht man eine ungefähre Spielzeit von etwa 40 Stunden. Sehr weit auszubauen ist diese, sobald man sich dafür entschieden hat, die Sidequests zu lösen. Hierdurch gibt es starke Waffen, extraangriffe, Sonderfusionen ... ach, einfach alles, was das Rollenspielerherz begehrt. Das Kampfsystem zeigt sich sehr frisch und wird dadurch bestimmt, dass man am sogenannten Schicksalsrad drehen muss. Jede Aktion, vom Angriff bis zum Item, wird durch eine Art Glücksrad ausgelöst, das der Spieler selbst betätigen muss. Was schnell zum Reflex wird, endet trotzdem niemals monoton.
Witzig sind ebenfalls die endlos vielen, kleinen Ideen in dem Spiel. So kann man Beispielsweise das Schicksalsrad ebenfalls verwenden, um in Geschäften einen Rabatt bei Käufen, sowie Preisaufschlag bei Verkäufen zu erhalten.
Das Spiel geht genial von der Hand und motiviert von Anfang bis Ende fast durchgehend. Frustmomente gibt es keine, jedoch einige Kopfnussdungeons, die auch kleinen Denkern einiges abverlangen.
Für ein perfekt aufeinander abgestimmtes Gameplay, gibt es glatte
97%
Fazit:
Die scheinbar endlose Innovation der Entwickler übertrifft sich selbst nur noch durch den genialen Hauptplot, den dort integrierten Humor, die endlos scheinende Spiellänge, sowie der wunderschönen Aufmachung aller kleinen Gelegentlichkeiten des Spiels.
Kein Zahnrad des Gesamtkunstwerkes erlaubt sich hier einen Fehler und so kann man getrost behaupten, dass Shadow Hearts: Covenant auf der Playstation 2 die momentane RPG-Referenz stellt.
Wer Rollenspiele auch nur im geringsten Ansatz mag, sollte auf dieses Game mehr als einen kleinen Blick riskieren. Auch ich musste, nachdem es zurück in der Videothek verschwunden war, zuschlagen und es für meine Sammlung besorgen. Ein einzigartiges Stück Videospielgeschichte das zeigt, mit wie viel Liebe zum Teil doch noch produziert wird und dass ich und meine Vorurteile in Zukunft ein wenig vorsichtiger haushalten sollten! :)
Ich verteile für diesen Meilenstein:
96%
Screenshots: 1 (http://www.shadowheartscovenant.com/screens/02.jpg) 2 (http://www.shadowheartscovenant.com/screens/06.jpg) 3 (http://www.shadowheartscovenant.com/screens/08.jpg) 4 (http://www.shadowheartscovenant.com/screens/01.jpg) 5 (http://www.shadowheartscovenant.com/screens/03.jpg) 6 (http://www.erscheinungstermine.de/source/images/screenshots/g1596/bigcb0f8a57c8d19d9840428297b3a8548c.jpg) 7 (http://surgemag.com/images/Fall2004/Reviews/shadow%20Heart/large/LG_PS2_SHC_Screen18.jpg)
Links: Offizielle Homepage (http://www.shadowheartscovenant.com/)
(file:///F:/Ashiradio.rar)