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Farmer Fran
17.01.2006, 00:27
Farmer Fran
(Datum fehlt)

Zuzus Rache und die Erschaffung Cadogans

Zuzu erhob sich fluchend aus seinem Bett. Nicht nur, dass er gewaltige Kopfschmerzen hatte und vom Kreischen einer seiner Kreaturen geweckt worden war, nein, auch die vier, die ihm entkommen waren, spukten immer noch in seinem Kopf herum.
Er hasste sie. Selten hatte ein allmächtiger Magier so schlechte Laune gehabt. Wieder kreischte jene Kreatur und ließ seinen Schädel dröhnen; er wünschte die vier zur Hölle, wo sie elendig verrecken sollten.
Dann besann er sich darauf, dass er ein allmächtiger Magier war ...
Sie hatten mit Glück die Folren überlebt und auch mit Blitzen zu werfen war nicht effektiv. So, dachte er sich, wäre es Zeit für etwas, das schlimmer war als der Tod durch seine Hand.
Sie sollten sich gegenseitig hassen und ermorden ...
Er grinste dümmlich zufrieden in sich hinein und stieg die endlosen Treppen hinauf in seinen Turm. Das würde ein wahres Fest werden.
Pahn, Tî, Serringard und Fran würden sich noch wundern. Doch es brauchte noch ein paar mehr Mitspieler, dachte er sich, sonst wäre es nicht seinen Ansprüchen von Komplexität gerecht. So entschied er sich, später noch einige andere für seinen Plan auszuwählen, er würde sich sein Spielzeug sorgfältig wählen.
Er erreichte sein Turmzimmer. Raum und Zeit flossen hier keinen gewohnten Gang mehr, das Zimmer schien endlos zu sein, auch wenn man weit entfernt Wände sah, Pflanzen sprossen aus dem Boden und vergingen im selben Augenblick, in endlosem Spiel tanzten Sonnen und Monde, bunte Fäden und Bänder aus anderen Welten schimmerten umhergleitend durch den Turm. Es gab nichts, woran man sich hätte festhalten können, alles verfiel im Moment seiner Entstehung und entstand auf ein Neues. Dies war Zuzus liebstes Zimmer. Hier konnte er sein, was er sein wollte, hier konnte er Gott spielen und die Macht genießen.
Eine kleine Kugel lag in Zuzus Händen, er ließ sie vor sich schweben, wo sie sich langsam drehte. Ein Abbild Nidas, endlose Wüsten und große Weltmeere zierten den Planeten.
???Sie werden es bereuen, sich widersetzt zu haben“, lachte er hämisch in seinen Bart.
Und Nidas Licht erlosch. Die Kugel begann sich zu drehen, die Kontinente und Meere verwischten. Das wahre Nida blieb erhalten, dort draußen, doch hier erschuf er eine neue Welt aus einer Kopie der Realität. Stürme tobten, Erdbeben, Lava... Nichts sollte bleiben, wie es war. Und nach wenigen Sekunden, die wie Äonen schienen und die Bewohner Nidas wenig erfreuten, blitzte ein helles Licht auf, dunkles Grollen tönte aus den Tiefen des endlosen Zimmers, die Umwelt verschwand, nur endlose Schwärze, gesprenkelt mit Sternen ferner Orte, blieb zurück. Und inmitten dieser Schwärze, seinem neuen Universum, befand sich eine kleine blaue Kugel, die sich gemächlich um einen hellen Stern drehte.
Cadogan war geschaffen.
Nichts durch seine Hand, wie er glaubte, er war bereits Opfer seines eigenen Wahnsinns ... Cadogan hatte schon lange vor ihm existiert.
Eine kleine Inselwelt im großen Ozean sollte sein Spielfeld sein. Es gab hier zwar nur vier kleine Inseln, doch das sollte ihm reichen. Die Grundlage war geschaffen, wie sollte er jetzt die Spielfiguren zum Kämpfen bringen? Trotz seiner Macht, Gedankenkontrolle war ihm nicht möglich; konnte er doch ganze Völker ausrotten, es war ihm nicht möglich nur einen dazu zu bringen ihm aus freiem Willen zu folgen.
Und das war es, was ihn reizte ... würde er es schaffen, sie dazu zu bringen sich gegenseitig zu töten? Er würde alles daran setzen, Macht über die Gedanken auszuüben.
So hatte seine Geschichte begonnen. Einst war seine Liebe nicht erwidert worden, und so hatte er versucht sie mit dunklen Künsten zu beschwören. Immer tiefer verfiel er der Macht, konnte jedoch nichts ausrichten. So war er nach Gor gegangen einen Machtstein zu finden, hatte die Monsterheere mit seiner bereits unerfassbaren Macht vernichtet, und fand schließlich den göttlichen Machtstein, der ihm die Kontrolle über die Gefühle gegeben hätte ... doch auch der Machtstein war nicht mächtig genug, Seelen zu kontrollieren. Es gab nur eine Mach, die er nicht kontrollieren konnte. Er steigerte sich immer tiefer in Hass und Vernichtung hinein ... nun würde er herausfinden, ob seine endlose Forschung endlich Früchte trug.

So griff er sich eine handvoll Leute aus Nida, nicht nur die, die ihn geweckt hatten, auch jene, die die Störenfriede kannten sowie einige weitere, die ihm behilflich sein könnten seinen Willen durchzusetzen, falls sie denn mitspielten. Wovon er ausging.
Er teilte sie in zwei Gruppen auf, die Piraten und die Garde.
Er nahm Serringard, kleidete ihn als Kapitän und warf ihn an den Strand von Anrai, an dem ein unbemanntes Piratenschiff ankerte. Fran wurde wie ein Seemann angezogen, dazugeworfen.
Nun war Pahn an der Reihe, er erhielt die strahlende Uniform eines Gardisten, noch dazu war er fortan zum Kapitän der Royal Bleed bestimmt, die vor Anrai kreuzte. Seine Artefaktrüstung verschwand, auch wenn die Seele seines anderen Ichs weiter bei ihm blieb. Tî stand plötzlich am Steuer der Royal Bleed.

Damit hatte Zuzu den ersten Schritt getan, doch die beiden Schiffe brauchten noch weitere Mannschaftsmitglieder. So griff er sich die anderen Spielfiguren und warf sie aufs Feld.
Skarjion fand sich als Seemann am Strande von Anrai wieder, ebenso wie Maen.
Totooru und Corvinus sahen sich bald in Uniformen der Garde.
Lex´ar und Yueh wurden zum Piratendasein erkoren, Layla und Thorek zu ihren Jägern ...
Mudschahid und Vincent sollten fortan die Meere unsicher machen, Azurok und Anjali sollten sie daran hindern.
Kazan, Kyréen und Shia standen unter Piratenkapitän Serringards Kommando.
Arget, Orochimaru und Bennamir wurden unter Pahns Banner gesetzt.

Neues Wissen wurde ihnen zuteil. Sie erinnerten sich an diese Inselwelt, als hätten sie immer hier gelebt. Die Piraten wussten, dass sie Piraten waren und lange Zeit für Angst und Schrecken gesorgt hatten, die Gardisten wussten, dass sie im Namen des Königs von Angus das Meer überwachten.
Diese neue Vergangenheit stand im Konflikt zu ihren Erinnerungen an Nida.
Sie alle wussten, dass dieses neue Wissen nur Illusion war.
Wie sie damit umgehen würden, blieb ihre Sache.

Zuzu lachte so hell, dass es überall auf Cadogan wiederhallte.
Mögen die Spiele beginnen ...


Farmer Fran
07.08.2005, 20:53

Das Ende Cadogans

Entgeistert blickt Zuzu sein Gegenüber an. Er kann es nicht fassen, nicht begreifen. Kein Hass ist in seinem Feind, nur Mitleid. Wie konnte dies geschehen? Wie konnte sein Plan verfehlen? Zuzu hält ihm den Dolch hin, der sein Leben beenden wird, doch Orneci nimmt ihn nicht. Mit einem einzigen Stoß könnte er Zuzu das Leben nehmen und über ihn siegen, doch er tut es nicht; und dennoch siegt er. Gedankenfetzen und Erinnerungen flimmern durch den Geist des Magiers. Die Frau, die er liebte und die ihn nicht liebte, all seine Experimente, der Versuch einer Gedankenkontrolle. Nach so vielen Jahren steht er hier und glaubt seine Mittel perfektioniert zu haben, glaubt an seine Stärke und Macht, und ist doch nicht fähig einen simplen Mann dazu zu bringen ihn anzugreifen, ihn zu hassen, die simpelste aller Emotionen.
Der alte Magier verfällt in Wahn. Er zittert, beginnt zu weinen, kann sich kaum noch auf den Beinen halten. Späte Einsicht ... er ist den falschen Weg gegangen. So viele Jahre, Jahrzehnte, Jahrhunderte, so viele Tote und so viel Leid. All dies durch seine Hand, und nun das Ergebnis: Nichts.
Es ist vorbei. Zuzu wird all dies beenden, er kann nicht mehr, ist am Ende. Er nimmt den Dolch, holt aus. Orneci weicht etwas zurück, ohne jedoch die Standhaftigkeit seines Blicks zu verlieren. Der Dolch schneidet durch die Luft und trifft sein Ziel. Zuzu stürzt zu Boden, langsam breitet sich eine Blutlache um ihn herum aus.
Die letzten Sekunden seines Lebens ziehen an ihm vorbei, er kann sich kaum mehr bewegen, zuckt unablässig und hustet. Es ist vorbei. Die Schwärze des Himmels weicht, Lichtstrahlen durchbrechen sie, bis die Sonne sichtbar ist. Die Schatten zerreisen, Wolken und Himmelblau kommen zum Vorschein. Die seelenlose Garnison erwacht, sieht sich verwirrt um. Was ist geschehen? Die Menschen kommen aus ihren Häusern, sehen sich verwirrt um. Das mysteriöse Licht schwindet, eine sanfte natürliche Brise weht über die Meere. In Sekunden schießen Knospen aus der verbrannten Erde.
Zuzu schließt seine Augen, wimmert sein letztes Wort.
???Danke ...“
Damit bricht er endgültig tot zusammen.
Die Welt verschwimmt für einen Moment, doch nichts geschieht. Alles bleibt an Ort und Stelle. Mysteriöse kleine Lichtpunkte breiten sich um jene aus, die aus Nida fortgerissen waren, sowie um jene, die aus Cadogan stammen und sich nun im Palast befinden. Die Körper dieser Wesen verschwinden unter einem simplen, letzten Blitz.
Zuzu liegt allein und tot vor seinem umgeworfenen Thron, seine Krone rollte von seinem Haupt und bleibt scheppernd neben ihm liegen.
Es ist vorbei ... Astronomen werden in den folgenden Nächten einen neuen Stern am Nachthimmel finden.

Doch was ist mit Cadogan, was mit Nida? Sie sind eine Welt. Cadogan ist nichts anderes als eine kleine Inselgruppe im Meer, am Rande des Dreiinselreiches. Zuzu unterlag seiner eigenen Illusion von Macht, er konnte nie erschaffen, er war kein Schöpfer.
Jene, die aus Nida stammen, finden sich dort wieder, wo sie aus ihrer Welt gerissen waren.
Jene, die aus Cadogan stammen, finden sich auf dem Marktplatz Nidas wieder.
Doch auch einige von denen aus Nida sind unter ihnen ...
Sie finden sich alle so wieder, wie sie abreisten, nur Tî, Corvinus und Arget haben ihr altes Erscheinungsbild zurückgewonnen.

Zuzu ist gefallen.
Doch womöglich lauern in den Tiefen der Nacht noch viel schrecklichere Kreaturen ...
Die Zukunft wird es zeigen!



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