Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Urknall-Messungen WMAP: Der Durchbruch?
Danse Macabre
18.03.2006, 17:49
R.I.P Nachgedacht?
Ein Versuch mehr kann nicht schaden.
17.06.2006
Der WMAP (”Wilkonson Microwave Anisotropy Probe”) gelang in der heutigen Nacht der große Durchbruch: Sie fingen das bisher älteste kosmische Licht in der Geschichte der Astronomie ein und sind drauf und dran, das Geheimnis des Urknalls zu entschlüsseln.
“Das All hat sich innerhalb einer Billionstelsekunde von der Größe einer Murmel zur Größe des heute beobachtbaren Universums aufgebläht”, so WMAP-Forscher David Spergel von der Princeton University. Für Brian Geene von der New Yorker Columbia University stellen die neuen WMAP-Ergebnisse einen enormen Durchbruch dar: “Wir treten in eine wundervolle neue Ära ein”, schwärmt der Astro-Physiker und Bestseller-Autor.
Die neu errechneten Daten liefern unglaubliche Ergebnisse: Lediglich 4 Prozent unseres Universums besteht aus gewöhnlichen Atomen, die für uns sichtbar sind. 22 Prozent gehen auf das Konto der Dunklen Materie, die vorher noch nie direkt nachgewiesen wurde. Die restlichen 74 Prozent gehen auf die geheimnisvolle Dunkle Energie zurück.
Das entdeckte Strahlungsmuster, ein Polarisationssignal im Nachglühen des Urknalls, ist nach Angaben der Wissenschaftler das schwächste jemals aufgezeichnete kosmologische Signal. Es entspricht weniger als ein Hundertstel dessen, was der WMAP-Satellit bei seiner ersten spektakulären Messung der kosmischen Hintergrundstrahlung im jahr 2003 geliefert hat. Der Satellit kann Temperaturunterschiede von weniger als einem Millionstel Grad feststellen und dadurch auch Fluktuationen im Nachglühen des Urknalls entdecken, der vor immerhin 13,7 Milliarden Jahren stattgefunden hat.
Quelle: Spiegel
Was meint ihr dazu? Habt ihr eine Vorstellung davon, was uns bei späteren Messungsergebnissen erwarten könnte? Wie würde sich eine Entschlüsselung des Urknalls auf die Weltreligionen auswirken? Gibt es Hoffnung darauf, dem Sinn des Lebens auf die Spur zu kommen?
Natürlich kann ich mir nicht so recht vorstellen, was bei irgendwelchen Ergebnissen rauskommt, aber man geht ja von vielen Paralleluniversen aus. Ob man die jemals empirisch beweisen kann, weiss ich natürlich nicht (wüsste nicht, wie *g*).
Einfluss auf die Weltreligionen? Keiner. Religionen, vor allem im Westen, entwickeln sich weg einer Institution zu Erklärung der Welt. Es geht inzwischen viel mehr darum, das Leben zu meistern.
Den Sinn des Lebens wird man dadurch wohl auch nicht finden.
Also irgendwie ist's egal für die Welt. ;D
Danse Macabre
18.03.2006, 18:14
Einfluss auf die Weltreligionen? Keiner. Religionen, vor allem im Westen, entwickeln sich weg einer Institution zu Erklärung der Welt. Es geht inzwischen viel mehr darum, das Leben zu meistern.
Einerseits richtig, Religion isoliert sich seit jeher von jedweder darwinistischen Aufklärung u.Ä., aber ich glaube gewissermassen, dass sie vor einer so aktuellen und faktischen Entdeckung die Augen nicht verschliessen kann - sollte es so weit kommen, dass der Urknall in seiner Entstehung verstanden wird.
Den Sinn des Lebens wird man dadurch wohl auch nicht finden.
Nun, mal abgesehen davon, dass das Alles höchst spekulativ ist - glaube ich zumindest dass eine Aufklärung dieser Art klar stellen wird, ob die Existenz aus reinem Zufall oder durch eine konkrete Aktion hervorgerufen wurde. Was uns einen entscheidenden Schritt näher an den Sinn des Lebens bringen würde.
Also irgendwie ist's egal für die Welt. ;D
Ja, für den normalsterblichen Bürger.. Ja. Politisch, sozial, ja. Doch es hat einen gewissen philosophischen Kern, der unweigerlich interessant ist. Die Entstehung des Lebens.. Ein Objekt, nach dem das Suchersubjekt Mensch immer jagen wird.
Ich verstehe deine Position, glaube aber trotzdem nicht, dass eine solche Entdeckung die Weltreligionen verletzen/verändern/beeinflussen kann. Warum ich das denke?
Nehmen wir an, alles ist bewiesen. Urknall, Universum entsteht, Leben durch Zufall. Schließt das einen Gott aus? Nein, denn man kann sich trotzdem fragen, was denn vor dem Urknall war. Und da kommt wieder blitzschnell etwas Übernatürliches ins Spiel.
Meiner Meinung nach kann man entdecken, was man will. Eine Nicht-Existenz Gottes ist nicht beweisbar.
Und damit wird auch die Suche nach dem Sinn des Lebens ergebnislos. Auch wenn die Entdeckung zweifelsohne zu wilden Diskussionen führen werden.
Wie würde sich eine Entschlüsselung des Urknalls auf die Weltreligionen auswirken? Gibt es Hoffnung darauf, dem Sinn des Lebens auf die Spur zu kommen?
Naja, den Weltreligionen wirds wohl eher egal sein. Manche wollen ja auch den Darwinismus nicht akzeptieren. Und eigentlich verletzt die Urknalltheorie auch keine Religion, meiner Meinung nach. Sowohl bei der westlichen Religion, wie auch bei der Urknalltheorie setzt man zu einer bestimmten Zeit einen Punkt, einen Anfang. Ob dieser Anfang nun eine sich ausbreitende Menge Energie, oder Gott ist, mag dabei ziemlich egal sein. Zumal im pantheistischen Sinne diese Energie und dieser Gott ja ohnehin ein und dasselbe sind. Theoretisch könnte man die Religion und die Wissenschaft mehr oder weniger problemlos in Einklang bringen, wenn man nur aufhören würde jeden Satz in der Bibel wortwörtlich zu nehmen.
Auf den Sinn des Lebens dürfte diese Entdeckung auch wenig Einfluss haben. Ich bin in dieser Frage eher ein Existenzialist, und behaupte das es keinen objektiven Sinn des Lebens gubt (da dieser nunmal individuell ist). Daher muss man den Sinn des Lebens nicht im weiten Weltraum, sondern in sich selbst finden.
Isothien
18.03.2006, 19:54
Wen kümmerts?
Besser wird die Welt dadurch auch nciht.
Hört sich allerdings sehr interessant an.
Mit dem Philosophischen Interesse haste allerdings recht Danse, das gibt Stoff zu philosophieren^^(jetzt kann mein philo Unterricht endlich mit was sinnvollen gefüllt werden)
Das Christentum oder so wirds eh nicht jucken, die haben für jeden scheiß ne Ausrede, würd ich das jetzt nem Pfarrer unterbreiten würde der sagen:" Und wer hat das alles ausgelöst?! Gott natürlich, mein Sohn" *schauder*
Wieso schaudert es dir da?
Tja, ich sehs im Grunde so wie Iso
Es klingt alles ziehmlich interessant und wird auch bestimmt den ein oder anderen dazu bewegen sich mehr dafür zu Interessieren. Aber den großteil interessiert es nen feuchten dreck und jede Religion erfindet sich ihre eigene Geschichte dazu oder kümmert sich wie gesagt gar nicht drum.
Mich würde allerdings interessieren wie etwas aus purer Materie bzw Energie bestehen kann,ohne Atome zu besitzen.
Und vor allem würde mich interessieren, wie man das Ende des Universums bestimmen kann. Mann kann ja nicht sagen, das Das Universum nach 7Mrd. Lichtjahren einfach zu ende ist.
Was soll dann dahinter sein?? Eine Mauer???
Das bezweifle ich ganz stark da es nicht sein kann das dahinter NICHTS mehr ist...
Und das alles hat eigentlich herzlich wenig mit dem Sinn des Lebens zu tun, der ja hart umstritten ist.
Mfg
Danse Macabre
18.03.2006, 21:36
Nein, nein, ich habe mich falsch ausgedrückt. Ich meine "Einfluss auf die Weltreligionen" nicht so, dass der Papst plötzlich das Christentum reorganisiert. Nein, ich meine den Einfluss auf die Gesellschaft und ihre Einstellung zur Religion. Wir erschliessen die scheinbar metaphysische Welt immer weiter - und immer mehr Rationalismus macht sich breit. Weniger Religion, weniger Dummheit: meine Meinung.
Und das alles hat eigentlich herzlich wenig mit dem Sinn des Lebens zu tun, der ja hart umstritten ist.
Du denkst da auf einer zu existenzialistischen Ebene. Was, wenn es ein denkender Organismus ist, der uns erschaffen hat? Was, wenn die Theorie der Paralleluniversen stimmt und jedes Universum einer anderen Aufgabe zugeteilt ist? Was, wenn es eine höhere, "universumspolitische" Macht gibt? Wir bewegen uns da in (für uns) sehr fantastischen Gefilden, aber ist ist nunmal alles möglich.
Ich finde es fast schon erschreckend, was hier manche von Religion denken. Wir leben aufgeklärt, verstehen aber die simpelsten Botschaften der Kirche nicht?! Niemand behauptet (im Westen), dass der Urknall ein Hirngespinst ist. Niemand "erfindet" irgendeine Geschichte. Das ist völliger Unsinn. Fakt ist, dass Wissenschaft und Glaube sich nicht mehr ausschließen. Die Metaphysik erschließt auch niemand.
Danse Macabre (http://rpga.info/forum/member.php?u=6823): Weniger Religion? Nein, ganz im Gegenteil! Immer mehr Menschen finden den Weg zurück zu Religionen. Wie bereits erörtert nicht zur Erklärung, sondern zum "Seelenfrieden".
Weniger Religion, weniger DummheitIch hoffe, das habe ich falsch verstanden. Gläubige Menschen sind dumm? ... Nein, nein, das habe ich sicherlich falsch verstanden.
Aless (http://rpga.info/forum/member.php?u=9804): Materie ist nur eine Ausdrucksform von Energie. Deswegen ist der Wandel ohne Weiteres möglich.
Danse Macabre
18.03.2006, 22:44
Das ist völliger Unsinn. Fakt ist, dass Wissenschaft und Glaube sich nicht mehr ausschließen.
Das tun sie, und zwar insoweit, was die meisten unter "die symbolischen Behauptungen" und "die Behauptungen, die man nicht wortwörtlich nehmen soll" verstreichen. Nur bleibt von irgendwelchen Behauptungen nicht mehr viel zurück, wenn man diese ausser Acht lässt.
Danse Macabre: Weniger Religion? Nein, ganz im Gegenteil! Immer mehr Menschen finden den Weg zurück zu Religionen. Wie bereits erörtert nicht zur Erklärung, sondern zum "Seelenfrieden".
Auch ein möglicher Weg, richtig. Kommt ganz darauf an.
Ich hoffe, das habe ich falsch verstanden. Gläubige Menschen sind dumm? ... Nein, nein, das habe ich sicherlich falsch verstanden.
Siehe Satanismus-Thread (http://rpga.info/forum/showthread.php?t=41854). Das mag radikale Pauschalisierung sein, aber ich behaupte, Christen sind verblendet. Religiöse Menschen sind verblendet. Halt mich für verrückt, aber das glaube ich.
Niemand behauptet (im Westen), dass der Urknall ein Hirngespinst ist.
Leider tun das sogar recht viele. Aber hier beziehe ich das mehr auf christliche Fundamentalisten. Ich habe an sich nichts gegen Religiöse, und wie gesagt, man kann Religion und Wissenschaft durchaus in Einklang bringen.
Wir leben aufgeklärt, verstehen aber die simpelsten Botschaften der Kirche nicht?!
Das schlimme ist, das viele Christen selbst diese Botschaft nicht verstehen. Die wollen teils radikale Werte damit rechtfertigen, das sie in der Bibel stehen. Sie wollen Urknall und Evolution deshalb nicht akzeptieren, weil in die Bibel davon nicht die Rede ist. Meiner Meinung nach ist die Bibel nur eine Ansammlung von Metaphern, hinter denen größtenteils gute Werte und Absichten stecken. Wer die Bibel zu wörtlich nimmt, hat sie imo nicht verstanden (zumal die ja eh mehrfach teils falsch übersetzt wurde).
Du denkst da auf einer zu existenzialistischen Ebene. Was, wenn es ein denkender Organismus ist, der uns erschaffen hat? Was, wenn die Theorie der Paralleluniversen stimmt und jedes Universum einer anderen Aufgabe zugeteilt ist?
Naja, das ist ne Frage um die man sich ewig streiten kann. Da wir uns hier in Ebenen bewegen, die nicht empirisch nachweißbar sind, darf da jeder seine eigene Meinung haben. Ich persönlich finde es jedoch höchst unsinnig, davon auszugehen das unser Leben keinen Sinn hat. Diese nihilistische Einstellung hat das imo so bedeutungsvolle Leben nicht verdient. Es ist nur eben so, das jeder einen anderen Sinn in seinem Leben sieht. Ob wir letztendlich nur ein Faktor in einer großen Reaktionskette darstellen, oder nur ein Zufallsprodukt sind, ist wohl eine Frage die sich vielleicht sogar irgendwann klären lässt. Doch das ändert nichts an der Tatsache, das wir unserem Leben selbst einen Sinn geben.
Es ist nicht sinnvoll, dass du dich nur auf Fundamentalisten beziehst. In jeder Sparte gibt es eine kleine Gruppe mit extremer Einstellung, die sich selbst in den Medien überrepräsentiert. Deine Aussagen werden aber in keiner Kirche kundgetan.
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